Konrad Adenauer Platz


Konrad 1

Umbau des Konrad-Adenauer-Platzes vor dem Hauptbahnhof

Man stelle sich die Hitze des Sommers 2018 vor und eine Wartesituation vor dem Hbf ohne den kühlenden Schatten der dort stehenden Platanen… Dieses Szenario könnte in der Zukunft Wirklichkeit werden, denn bei den Neuplanungen ist der Erhalt der Bäume nicht geplant.

Aus diesem Grunde hat sich die Baumschutzgruppe an die Baudezernentin Cornelia Zuschke gewandt.

Sehr geehrte Frau Zuschke,

beim Rundgang in der Ausstellung der prämierten Wettbewerbsergebnisse zur Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes im Düsseldorfer Rathaus drängte sich uns die Frage auf, warum unsere Eingabe zur Umgestaltung des Wettbewerbs im Vorfeld keine Beachtung gefunden hat. Keiner der Gestaltungsentwürfe sieht den vollständigen Erhalt der großen Platanen auf dem Konrad-Adenauer-Platz vor, den wir bereits vor Jahren mündlich und schriftlich thematisiert haben:

„Eine Umgestaltung des Konrad Adenauer Platzes muss unbedingt den Erhalt des kompletten Baumbestandes an die erste Stelle setzen. Das garantiert nicht nur Vorteile in Bezug auf die Optik, sondern auch hinsichtlich des Aufenthaltswertes dieses Platzes.  Die dort stehenden Platanen bieten in den Sommermonaten kühlenden Schatten für Reisende und Wartende und verbessern die Luftwerte der Stadt, die niemals von evtl. nachgepflanzten Bäumchen zu erreichen wären.

Dies ist nicht einen Frage des Geschmacks, sondern steht übergeordnet für ein Umsetzen von zeitgemäßer Klimapolitik  in einer Stadt wie Düsseldorf mit dramatisch schlechten Luftwerten.“

  1. Baumerhaltende Gestaltungsalternativen

Wir möchten Sie im Folgenden bitten, zu erläutern, warum der Baumverlust durch das Stadtplanungsamt hingenommen würde und bisher keine anderen Planungen vorliegen.

Dabei gibt es durchaus Alternativen, die allen Anforderungen der Eigentümer und beteiligten Gesellschaften gerecht werden könnten, ohne  aber die Bäume zu entfernen.

Vorweg ist es uns wichtig, auf den ökologischen Beitrag der großen Platanen für das Klima im direkten Umfeld des Hauptbahnhofs hinzuweisen und deren wesentlichen Anteil für die Aufenthaltsqualität vor Ort. Dies zeigte sich besonders deutlich im vergangenen Sommer, da nur sie Schutz vor der Sonne boten (siehe beiliegende Bilder). Ohne sie  wäre  es zu einer unerträglichen Hitze auf dem Platz gekommen. Baumschatten und Sauerstoff in der Innenstadt sind unerlässlich für das Mikroklima. Insbesondere vor dem Bahnhof warten viele Menschen auf Anschlussverbindungen. Kein noch so edles Wartehäuschen könnte den Baumschatten ersetzen, erst recht nicht, wenn es aus Glas  wäre. Denn der Prozess der Wasserverdunstung über die grünen Kronen, also die Phytomasse, sorgt für erträglichere  Temperaturen in Bodennähe.

Baumgruppe vor dem Nordeingang des Bahnhofs

Nach unseren Informationen sei der Erhalt dieser Bäume aufgrund eines geplanten Hochhausbaus mit Tiefgarage nicht möglich.
Wir haben zum einen Zweifel, ob es städtebaulich eine richtige Entscheidung ist, zwischen das Kino und das Bahnhofsgebäude ein Hochhaus zu platzieren,  denn dadurch würde das Erscheinungsbild des Bahnhofs mit seinem Turm stark beeinträchtigt.
Zum anderen ist es aber, unabhängig von dem geplanten Bau an dieser Stelle, nicht nachvollziehbar, warum noch mehr Platz und Raum  für Autos vor dem Hauptbahnhof  geschaffen werden sollte, seien es Kurz- oder Langzeitparkplätze. Der Aufenthaltsqualität des Platzes käme dies nicht zugute.

Weiter heißt es in der Beschreibung des gesamten Projektes, dass es beabsichtigt sei, den nördlichen Teil des Immermann Hofs abreißen zu lassen, um die Sichtachse vom Bahnhof in die Immermannstraße wieder zu öffnen. Dies sei gerade im Hinblick auf die Planung des Hochhauses von Bedeutung. Eine durch den Abriss des Immermann Hofes frei werdende Fläche bis zur Karlstraße würde doch ein Baufeld schaffen, das sicherlich eine mehrstöckige Tiefgarage und damit mehr Fahrzeuge als die kleine Fläche vor dem Nordeingang des Bahnhofs aufnehmen könnte.
Damit würde sich die Fällung der Platanen erübrigen, für die es aus ökologischer Sicht im Anschluss kaum Ersatz gäbe, da in dem geringen Pflanzensubstrat auf einer Tiefgaragendecke nur kleine Bäume gedeihen könnten.

In diesem Zusammenhang erlauben wir uns, auf Folgendes hinzuweisen:
Wir konnten in Erfahrung bringen, dass sich auf Höhe der östlichen Fahrbahngrenze der Karlstraße fertig gestellte Bauten im Untergrund befinden, die als Zufahrt eines vor ca. 50 Jahren geplanten Tunnels unter dem Bahnhof gedacht waren. An diese bereits bestehenden großen Bauwerke im Erdreich könnte die Tiefgarage anschließen und eine der Zufahrten am Bahnhof bilden.

Baumgruppe links vom Eingang des Bahnhofs zwischen den Rheinbahngleisen

Die Bahnsteige der  Straßenbahn sind so positioniert, dass Fußgänger, egal ob sie den Haupt- oder den Nordausgang des Bahnhofs benutzen oder ob sie in nördlicher oder südlicher Richtung weiterfahren wollen, dieselbe Weglänge zurücklegen müssen. Von daher  erschließt es sich uns nicht, warum die beiden Fahrtrichtungen getrennt werden sollen.
Dadurch würden  sich für die Reisenden, die im Süden mit der Straßenbahn ankommen und über den Nordeingang auf die Bahnsteige für den Regional- und Fernverkehr wollen, viel längere Wege ergeben.

Wurde solch eine Fragestellung bzgl. der Länge der Gehwege bei der Prämierung der eingereichten Gestaltungsentwürfe berücksichtigt? Wenn die Haltstellen an ihrem heutigen Standort (zwischen Haupt- und Nordaus- und Eingang) belassen würden, müssten die Gleise nicht vollständig umgebaut  und damit auch nicht die zwei Platanengruppen entfernt werden.
Aber auch wenn das Ziel der getrennten Bahnsteige weiterhin verfolgt würde, könnte eine Gleisveränderung ohne Baumfällungen umgesetzt werden. Zahlreiche Hochbahnsteige der Rheinbahn z.B. in den linksrheinischen Stadtteilen zeigen, dass sich die Anlage der Bahnsteige und der Baumerhalt bzw. auch Neubepflanzungen nicht ausschließen (siehe Bild Haltestelle Heerdter Sandberg).

Wie soeben dargestellt, gibt es eine Alternative zu den Vorschlägen der Planungsgruppen und Gremien für die Umgestaltung des Konrad Adenauer Platzes. Warum also wurde der Baumerhalt nicht als Vorgabe bei der Planausschreibung berücksichtigt?

Wir bitten daher um eine Stellungnahme zu alternativen Planungen in diesem Sinne. Hier möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass wir von Anfang an und mehrfach den Aspekt des Baumerhalts thematisiert und von Ihnen auch die Rückmeldung der Berücksichtigung unseres Anliegens erhalten haben.

 

  1. Das Tor zur Stadt ist nur mit Bäumen attraktiv

Uns ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Verlust nahezu sämtlicher Bäume auf dem Bahnhofsvorplatz selbst im Falle der Pflanzung neuer, kleiner Bäume zu einer deutlichen Verringerung der Aufenthaltsqualität führen würde. Keine aufwändige und teure Gestaltung des Platzes mit etwaigem Wasserbrunnen oder einer helleren Asphalt-Farbe könnten den Verlust alter Bäume ausgleichen. Der Platz würde weder zum Verweilen einladen noch ein optisch einladendes „Tor zur Innenstadt“  bieten.

  1. Bürgerbeteiligung

Es gibt keinen öffentlicheren Ort als den Platz vor dem Bahnhof,  da  ihn nahezu jeder Bürger der Stadt (oft täglich) nutzt. Gewichtige Aspekte wie Aufenthaltsqualität und Stadtklima sind im Sinne des Gemeinwohls besonders auch dort zu berücksichtigen.

Es hat zum Konrad-Adenauer-Platz zwar eine Bürgerbeteiligung gegeben, wie auch Veranstaltungen im Januar 2014 im Theater Central im Rahmen des EKISO (Entwicklungskonzeptes Innenstadt Süd Ost). Im Nachgang bestand die Möglichkeit auf der Webseite des Planungsamtes Eingaben zu machen, wovon wir auch Gebrauch gemacht haben. Wir weisen darauf hin, dass es seinerzeit große Schwierigkeiten gab, sich auf der Webseite einzuloggen. Man brauchte ein gutes Durchhaltevermögen, sehr viel Zeit und noch mehr Geduld. Erst nach einer umständlichen Registrierung, konnte man seinen Kommentar abgeben.

Offensichtlich aufgrund dieses komplizierten technischen Verfahrens lagen am Ende nach unserer Kenntnis wohl auch nur knapp über 30 Eingaben vor.  Eine bürgerfreundliche Beteiligung müsste einfacher gestaltet werden. Im Vergleich dazu gab es wohl 30 000 Klicks auf der Webseite  zum Blau-Grünen Ring und hierzu 4.000 Eingaben mit Vorschlägen.

So fragt es sich, wie repräsentativ und ausreichend die abgelaufene Form der Bürgerbeteiligung tatsächlich war und ob es zum Verlust von Eingaben aus der Bürgerschaft gekommen ist, weshalb vielleicht auch unsere Eingabe im Rahmen der IT-gestützten Bürgerbeteiligung keine Berücksichtigung fand. Sollte dies der Fall  sein, wäre eine Wiederholung des Prozederes erforderlich, um eine ausreichende Mitsprache der Bürger bei diesem wichtigen Projekt zu gewährleisten.

Die Anliegen der Stadtgesellschaft und nicht in erster Linie die Interessen des Investors sollten bei der Umsetzung höchste Priorität haben. Die Bahn ist noch nicht an der Börse. Daher ist sie immer noch ein Staatsbetrieb, der allen Bürgern gehört. So muss die Bahn auch Rücksicht auf die städtischen Belange und Forderungen nehmen.

Herzlichen Dank für eine baldige Beantwortung unseres Schreibens im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen,

Andrea Vogelgesang , Silvia Droste-Lohmann , Uli Schürfeld

 

Eine Umgestaltung des Konrad Adenauer Platzes muss unbedingt den Erhalt des kompletten Baumbestandes an die erste Stelle setzen. Das garantiert nicht nur Vorteile in Bezug auf die Optik, sondern auch hinsichtlich des Aufenthaltswertes dieses Platzes.  Die dort stehenden Platanen bieten in den Sommermonaten kühlenden Schatten für Reisende und Wartende und verbessern die Luftwerte der Stadt, die niemals von evtl. nachgepflanzten Bäumchen zu erreichen wären.

Dies ist nicht einen Frage des Geschmacks, sondern steht übergeordnet für ein Umsetzen von zeitgemäßer Klimapolitik  in einer Stadt wie Düsseldorf mit dramatisch schlechten Luftwerten.

Konrad 1

Konrad 2

Besonders deutlich zeigte sich die Bedeutung des Baumbestandes im vergangenen Sommer: Sie boten Schutz vor der Sonne  und ohne sie wäre es zu einer unerträglichen Hitze auf dem Platz gekommen. Baumschatten und Sauerstoff in der Innenstadt sind unerlässlich für das Mikroklima. Insbesondere vor dem Bahnhof warten viele Menschen auf Anschlussverbindungen. Kein noch so edles Wartehäuschen könnte ihre Wirkung ersetzen, erst recht nicht, wenn es aus Glas wäre. Denn der Prozess der Wasserverdunstung über die grünen Kronen, also die Phytomasse, sorgt für erträglichere Temperaturen in Bodennähe.

Das Tor zur Stadt ist nur mit Bäumen attraktiv, ihr Verlust  auf dem Bahnhofsvorplatz hingegen würde selbst im Falle der Pflanzung neuer, kleiner Bäume zu einer deutlichen Verringerung der Aufenthaltsqualität führen . Keine aufwändige und teure Gestaltung des Platzes mit etwaigem Wasserbrunnen oder einer helleren Asphalt-Farbe könnten einen Ausgleich schaffen. Der Platz würde weder zum Verweilen einladen noch ein optisch einladendes „Tor zur Innenstadt“ bieten.