Klimaschutz


AWISTA Mähauftrag stoppen

Hier sind die wesentlichen Punkte der Baumschutzgruppe zum Umgang mit dem Stadtgrün zu entnehmen:

Zeitgemäße Forderungen für einen besseren Schutz des Grüns in Düsseldorf – Erkenntnisse zum Erhalt der Artenvielfalt umsetzen
Sehr geehrte Frau Stulgies, sehr geehrte Frau Holtmann-Schnieder, wir erachten den Erhalt der Artenvielfalt und einen sorgsamen Umgang mit dem Stadtgrün, wie Wiesen und Sträucher, insbesondere aber mit Großbäumen, als einen zentralen und zeitgemäßen Aufgabenbereich nachhaltiger Politik.
AWISTA-Aktion „Sauberes Düsseldorf“ ersatzlos beenden Für die Artenvielfalt in einem Stadtraum, insbesondere für das Vorkommen von Tag- und Nachtfaltern sind die Blütenpflanzen wichtig. Gerade von ihnen ernähren sich die Insekten. Das Bemühen als Beitrag zur Biodiversität die Bevölkerung aufzufordern Wildblumensamen auszusähen, steht in Widerspruch zu der im Frühjahr 2018 begonnene Aktion „für Sauberkeit in der Stadt “. Dabei wurden nicht nur wertvolle Wildblumen niedergemäht, sondern auch Glockenblumen, Königskerzen oder Stockrosen an Hauswänden, die die Bewohner mit großer Sorgfalt zwischen dem Bordsteinpflaster groß gezogen hatten oder an Orten wie z.B. auch Parkplätzen, wo die Verkehrssicherheit keinesfalls beeinträchtigt war. Gerade aus ökologischen Gesichtspunkten heraus, sollte sich solch eine Kampagne im Jahr 2019 nicht wiederholen. Ein zeitgemäßes Erfordernis liegt im Erhalt eines lebenswerten Stadtraums und nicht dem Entsprechen eines Sauberkeitsbegriffes aus den Jahren der Beton- und Asphaltkultur.
Dieses Schreiben wird aus Gründen des Umweltschutzes und der Ressourcenschonung ausschließlich auf dem
elektronischen Wege versandt. Unter www.baumschutzgruppe-duesseldorf.de finden Sie weitere Dokumente.
Prüfung auf Vogelnester und vorhandene Insekten Eine Prüfung auf Vogelnester und vorhandene Insekten, die unter besonderem Schutz stehen, sollte vor jeder Fällung durch sachkundige MitarbeiterInnen des Gartenamtes durchgeführt und bei Feststellung einer Besiedlung die Fällung verschoben werden. So kann die Wiederholung eines Missgeschickes, wie bei der Abholzung des sogenannten „Bienenbaumes“ im Ostpark vermieden werden, in dem sich zu diesem Zeitpunkt ein Bienenvolk befand, das mit der Fällung des Baumes starb. Eine Absperrung des Baumes hätte Besucher davon abgehalten sich dem instabilen Baum zu nähern und eine fachmännische Umsiedlung des Bienenvolkes wäre möglich gewesen.
Alle Fällungen müssen dem Gartenamt gemeldet werden. Auch vor zwei Jahren zeigte sich, am Beispiel der Metro-Bäume an der Reuterkaserne eine mangelnde Sensibilität für (Groß)bäume. Erst mit den Protesten durch Anwohner, die die Bäume nach dem Sturm Ela gespendet hatten, wurde über die Presse nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch das zuständige Amt über die unnötige Fällung der großen neu gepflanzten Bäumen informiert.
Auch auf einem Privatgrundstück in Lörick wurde der gesamte Baum- und Strauchbestand abgeräumt, ohne dass das zuständige Gartenamt im Vorhinein darüber informiert war. Es wurden diesbezüglich nur geringe Strafen ausgesprochen, eine vom Eigentümer gewünschte vollständige Beseitigung des Grüns wurde nachträglich sogar genehmigt. Dabei ist der Erhalt, insbesondere alten Baumbestandes angesichts der Erfordernisse im Klimaschutz und bei der Anpassung an den Klimawandel wichtiger denn je. Es ist daher notwendig andere Verwaltungsabteilungen, also nicht nur Umwelt- und Gartenamt mit einzubeziehen, damit sich Ereignisse des letzten Jahres wie am Fürstenplatz nicht wiederholen. Die dortigen Fällungen von Großbäumen und der Rückschnitt von Sträuchern wurden nicht nur ohne Kenntnis des zuständigen Amtes vorgenommen, sondern auch mitten in der Brut- und Schonzeit.
Mit freundlichen Grüßen
Uli Schürfeld Andrea Vogelgesang Silvia Droste-Lohmann

 

 

 

Baumschutzgruppe betont die Wichtigkeit der Baumpflege und des Erhalts im Rahmen des Klimaschutzes

 

Sehr geehrte Frau Cardeneo,

wie in dem WZ Artikel „Was die Stadt nach dem extremen Wetterjahr für den Klimaschutz tut“ vom 3.1.2019 zu lesen war, werde die Stadt im neuen Jahr einige Maßnahmen zum Klimaschutz und der Klimaanpassung ergreifen. Ein dementsprechender „Aktionsplan zur Verschattung und Abkühlung stark frequentierter öffentlicher Räume“ in Form von Wasserzerstäubern sei vorgelegt worden und mit Baumpflanzungen und Hochbeeten solle der Hitze auf hochversiegelten Stadtplätzen entgegengewirkt werden.

Zu diesem Aktionsplan möchten wir als  Baumschutzgruppe einen Beitrag leisten, der nach unserer Kenntnis bisher nicht erwähnt wurde. Neben der Neupflanzung von Bäumen ist es unserer Meinung nach genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, die vorhandenen Großbäume zu erhalten und ihre Vitalität und ihr Wachstum durch gezielte Maßnahmen zu unterstützen. Schon aufgrund ihrer viel größeren Phytomasse leisten sie einen weitaus höheren Beitrag in der Klimaanpassung als es junge, neu gepflanzte Bäume in ihren ersten Jahren (Jahrzehnten) können.

Diese besondere Leistung großer alter Bäume für das urbane Klima sollte mit einem ganzen Kapitel in dem Klimaanpassungskonzept gewürdigt werden. Dies ist auch deswegen wichtig, da in der planerischen und verkehrspolitischen Praxis die Belange der Bäume bisher keine Rolle spielen. Dort wird vornehmlich aus der Perspektive der Wahrung der Verkehrssicherheit oder des Lärmschutzes argumentiert, was meist zur Folge hat, dass sie gefällt werden.

Die  Kooperationsvereinbarungen 2014-2020 beschreiben hingegen die „Ziele unserer Stadtentwicklungsplanung“ mit folgenden Worten:
„Die Folgen des Sturms „Ela“ zeigen, dass der Erhalt von Bäumen als ein vorrangiges Ziel des Planens und als Bestandteil des Wertesystems beim Bauen vorrangig zu berücksichtigen ist. Ziel ist es, den Erhalt von Bäumen schon im  Vorentwurfsstadium zu beachten.“
Wir sehen die Planungen zum Klimaschutz und der Klimaanpassung als einen Teil der Stadtentwicklungsplanung.

Im Widerspruch zu den hier genannten Zielen steht das Vorgehen bei vielen Bauvorhaben, wie sich auch bei der Neuplanung des Konrad Adenauer Platzes am Hauptbahnhof deutlich zeigt.
Dort soll der gesamte Bestand ca. 40 Jahre alter Bäume beseitigt werden. Gerade hier aber halten sich tagtäglich besonders viele „klimasensitive Bevölkerungsgruppen“, wie in dem Artikel beschrieben, auf.
Wie schon oben erwähnt würden Neupflanzungen, von meist kleineren Bäumen, auf viele Jahre keinen Ersatz für die großen Platanen erbringen können.
Daher bitten wir Sie, diesen wichtigen Aspekt der „Verschattung und Abkühlung“ durch die vorhandenen Bäume in die noch laufenden Planungen auf dem Konrad Adenauer Platz einzubringen.

Wie wir in vielen Gesprächen mit Fachleuten und auch aus dem Gartenamt erfahren konnten, geht es den Großbäumen im Stadtgebiet nicht gut. Verdichtungen in ihrem Wurzelraum durch parkende Fahrzeuge oder die übermäßige Anwendung von Streusalz in den Wintermonaten schädigen insbesondere Straßenbäume stark und sie werden in ihrer Vitalität, sich gegenüber Schädlingen zu „wehren“ beeinträchtigt.
Wir erachten es daher für notwendig, auch und gerade für die Fragen der Klimaanpassung, neben den vorhandenen Plänen die Perspektive des Baumerhalts  einzubeziehen und zu entwickeln.
Ein „Masterplan Baumerhalt“ würde den Fokus auf die leistungsfähigsten „Klimamacher“ in unserer Stadt lenken und den Bäumen die Aufmerksamkeit  geben, die sie schon lange verdient haben.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Uli Schürfeld                       Andrea Vogelgesang

Baumschutzgruppe Düsseldorf