Klimaschutz


Bäume sind nicht Deko, sondern Öko!

 

In der Diskussion zur Rettung des Klimas geht es immer wieder vornehmlich um die Entwicklung der Erneuerbaren Energien, um begrünte Dächer und Solaranlagen. Darüber hinaus wird viel zu wenig betont, dass Bäume unser Klimapartner Nr. 1 sind. Und das Beste: sie gibt es schon! Deshalb müssen sie konsequent gepflegt und erhalten werden. Bauvorhaben müssen dem Baumerhalt endlich gerecht werden.

Bäume sind nicht Deko, sondern Öko!

Ein Baum!

Eine etwa 100 Jahre alte Buche sollten Sie sich etwa 20 m hoch und mit etwa 12m Kronendurchmesser vorstellen. Mit mehr als 600.000 Blättern verzehnfacht sie ihre 120 qm Grundfläche auf etwa 1.200 qm Blattfläche. Durch die Lufträume des Blattgewebes entsteht eine Gesamtoberfläche für den Gasaustausch von ca. 15.000 qm, das entspricht etwa zwei Fußballfeldern! 9.400 l = 18 kg Kohlendioxid verarbeitet dieser Baum an einem Sonnentag. Bei einem Gehalt von 0,03 %Kohlendioxid in der Luft müssen etwa 36.000 cbm Luftdurch diese Blätter strömen. In der Luft schwebende Bakterien, Pilzsporen, Staub und andere schädliche Stoffe werden dabei größtenteils ausgefiltert. Gleichzeitig wird die Luftangefeuchtet, denn etwa 400 l Wasser verbraucht und verdunstet der  Baum an dem selben Tag. Die 13 kg Sauerstoff, die dabei vom Baum durch die Fotosynthese als Abfallprodukt gebildet werden, decken den Bedarf von etwa 10 Menschen. Außerdem produziert der Baum an diesem Tag 12 kg Zucker, aus dem er alle seine organischen Stoffe aufbaut.

https://www.die-gruene-stadt.de/  

 

 

     

PM Leuchtenberger Kirchweg 53

Leider sind diese üppigen alten Bäume nun doch Geschichte, obwohl es in dem ganzen Verfahren noch viele Unklarheiten gibt.

 

Trotz einer laufenden Klage wurden kurz vor dem Wochenende die entsprechenden Genehmigungen erteilt und dann am Rosenmontag mit den Sägen angerückt. Es heißt, es es sei nicht absehbar gewesen, welche Genehmigungen von Donnerstag, den 24.2. bis Montag, den 28.02 hätten erteilt werden können. Eilbedürftigkeit hat auf jeden Fall vorgelegen und diese Information hätte der Bürgerinitiative auch bereits am Mittwoch mitgeteilt werden müssen.

Mit solch einem Vorgehen hat sich die Stadt das Ziel Klimahauptstadt zu werden verspielt! 41 alte Bäume sind gefällt worden, wovon 37 satzungsgeschützt waren und auch unzählige Jungbäume, Sträucher und eine ca. acht Meter hohe Hainbuchen-Hecke. Sie können auf Jahrzehnte nicht angemessenen ersetzt werden. Der gepriesene Ersatz durch “Biotop” Punkte, mit begrünten Garagendächern oder Zufahrten aus Rasengittersteinen, rechnet nicht die Klimawirkung der 41 Großbäume plus über Jahre gewachsenem Begleitgrün auf, die vernichtet wurden. Dies ist aber gerade in heutiger Zeit der wichtigste Aspekt, den man immer berücksichtigen muss. Stichwort hierfür wäre die Klimaanalyse der Stadt Düsseldorf. Das Bauprojekt befindet sich in einem Gebiet, dessen hoher klimapolitischer Wert in der von der Stadt selber erstellten Klimaanalyse beschrieben wird. Darin wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Gebiet zu erhalten sei. Unter diesem Informationshintergrund ist die Entscheidung noch weniger nachvollziehbar.

28. Oktober Vor-Ort-Besuch

Es kommt nicht alle Tage vor, dass Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und die Baudezernentin Cornelia Zuschke bei einem Bauprojekt vor Ort kommen, um mit BürgerInnen zu diskutieren. Genau zu diesem Zweck hatten sie aber am 28. Oktober die Initiative “Leuchtenberger Kirchweg 53 Stopp”, kurz LKW53Stopp, in Lohhausen besucht, die während des Gesprächs von ihren Antrag auf Denkmalschutz und von dem beabsichtigten Klageverfahren gegen den Vorbescheid berichtete.

Nun, drei Monate später, gab es die enttäuschende Antwort, dass dem Objekt die Anforderungen eines Eintrags in die Denkmalliste der Landeshauptstadt Düsseldorf gem. § 3 DSchG nicht attestiert werden könne. Das Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege sowie die Experten des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland seien zu dem Schluss gekommen, dass Villa und Garten – trotz interessanter Merkmale – den hohen Anforderungen des Denkmalschutzgesetzes nicht entsprächen. Es liege offenbar nur eine „eingeschränkte Qualität des architektonischen bzw. gartenplanerischen Entwurfs“ vor. Dem Wohngarten könne weder in Bezug auf einen angeblich nicht vorhandenen aussagekräftigen historischen Pflanzenbestand noch auf die Ausgewogenheit der architektonischen Anlage denkmalwerte Qualität bescheinigt werden. In diesem Sinne setzte der Oberbürgermeister die AnwohnerInnen nun kurzfristig, vor Beginn der Fällarbeiten und des Abrisses der Villa davon in Kenntnis.

Anke Urban, Sprecherin der Initiative, betont, dass der Garten mit den vielen alten Bäumen und dem gewachsenen Pflanzenbestand einen unschätzbaren Wert besitze. Im Zuge der augenscheinlich im vergangenen Jahr rechtswidrig bewilligten Bauvoranfrage sollen nicht nur 41 alte Bäume gefällt werden, wovon 37 satzungsgeschützt sind, sondern auch unzählige Jungbäume, Sträucher und eine ca. acht Meter hohe Hainbuchen-Hecke. Wenn die vernichtet würden, könne man auf Jahrzehnte keinen angemessenen Ersatz schaffen.

Besonders stößt es Anke Urban auf, dass Dr. Keller bei dem Besuch im Oktober damit triumphiert hatte, Düsseldorf sei auf dem Weg Klimahauptstadt zu werden und würde dies auch hier mit begrünten Dächern und mehreren Maßnahmen umsetzen. Uli Schürfeld, von der Baumschutzgruppe Düsseldorf sagt dazu: „Der gepriesene Ersatz durch “Biotop” Punkte, mit begrünten Garagendächern oder Zufahrten aus Rasengittersteinen, rechnet nicht die Klimawirkung der 41 Großbäume plus über Jahre gewachsenem Begleitgrün auf, die vernichtet werden sollen. Dies ist aber gerade in heutiger Zeit der wichtigste Aspekt, den man immer berücksichtigen muss. Stichwort hierfür wäre die Klimaanalyse der Stadt Düsseldorf.“

Besonders kritisch ist diese Fällung vor dem Hintergrund zu sehen, dass das Gartenamt kaum Flächen für die durch die Hitzesommer dringend notwendige Neupflanzung von Bäumen findet. Zudem befindet sich das Bauprojekt in einem Gebiet, dessen hoher klimapolitischer Wert in der von der Stadt selber erstellten Klimaanalyse beschrieben wird. In dieser Klimaanalyse wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Gebiet zu erhalten sei. Unter diesem Informationshintergrund ist die Entscheidung nicht nachvollziehbar.

Darüber hinaus empört die AnwohnerInnen, die Argumentationsweise „dringend benötigten Wohnraum“, mit dem nicht unbescheidenen klingenden Namen „Kaiservillen Kaiserwerth“ zu schaffen. Mit zwölf geplanten Luxuswohnhäusern werde hier kaum ein Beitrag zur Entstehung von so dringend erforderlichen bezahlbaren Wohnungen in Düsseldorf geleistet. Geradezu verärgert waren und sind die Menschen über den Hinweis der Genehmigungsbehörde, man könne den Investor nicht zu lange warten lassen. 

Nicht-demokratischer Ablauf
Und dann verweist die Anwohnerin noch auf den nicht-demokratischen Ablauf des ganzen Verfahrens. Trotz Vertagung der Bauvoranfrage, wegen Beratungsbedarf in der BV5 am 29. Juni 2021, forderte die Verwaltung am 23. Juli die Unterschriften des Bezirksbürgermeisters Herrn Golißa und seines Stellvertreters Herrn Gocht ein, die Letzterer nur unter dem Vorbehalt weiterer Informationsnachfrage gab. Die Verwaltung verwendete sie jedoch direkt, ohne Berücksichtigung der Bedingung von Herrn Gocht. In der entscheidenden Versammlung der BV 5 vom 31. August wurde die Bauvoranfrage mit 17:1 Stimmen wegen mangelnder Dringlichkeit abgelehnt.                                                                                             

„Am 12.09.2021 haben wir Beschwerde bei der Kommunalaufsicht eingelegt, mit dem Hinweis auf Rechtswidrigkeit, die von dem renommierten Prof. Johlen bestätigt wurde“, berichtet Anke Urban und fügt hinzu: “Der Anwalt hat darauf verwiesen, dass die Bauvoranfrage nach § 34 so nie hätte genehmigt werden dürfen. Diese Beurteilung haben wir an die Kommunalaufsicht weitergeleitet.” Dass nun im Februar 2022 die Bauaufsichtsbehörde in Kürze die Baugenehmigung erteilen werde, obwohl das Klageverfahren gegen den Vorbescheid noch läuft, bezeichnet die Initiative als inakzeptabel. Andrea Vogelgesang von der Baumschutzgruppe Düsseldorf gibt außerdem zu bedenken: „Dass an der Politik vorbei entschieden wurde, ist das eine, was nicht hinnehmbar ist. Das andere ist die fortlaufende Wegplanung von Bäumen bei Bauprojekten überall im Stadtgebiet mit einhergehender weiterer Versiegelung. Hier handelt es sich um besonders alten Baumbestand auf einem parkähnlichen Grundstück. Jedes Kind weiß, wie wichtig gerade üppige Bäume und gewachsene Natur für ein ausgewogenes Klima sind. Deren Erhalt muss endlich mal zur Vorgabe bei Bauplanungen werden und es wäre die Aufgabe der Verwaltung einer Stadt, die sich künftig Klimahauptstadt nennen möchte, da einzugreifen.“
Weil jeder Verlust von Grün in Düsseldorf eine Wirkung auf das ganze Stadtklima hat – man denke an den Schmetterlingsschlag, der einen Orkan auslösen kann – ist jede/r aufgefordert, eine Grundsatzdiskussion über unseren weiteren Umgang mit Bäumen und Grün anzustoßen. 

 

 

 

Stellungnahme der Baumschutzgruppe zu den Plänen eines neuen Parkhauses hinter der A46-Ausfahrt Wersten

Die Stadtverwaltung hat von den gewählten Ratsmitgliedern den Auftrag erhalten, ein Parkhaus mit ca. 800 Stellplätzen hinter der A46-Ausfahrt Wersten zu bauen, um das vorhandene Parkangebot in Uninähe zu erweitern. Damit sollen pendelnde Autofahrer*innen motiviert werden, ihre Fahrzeuge dort abzustellen und weiter mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt fahren (Park & Ride).

Uns hat die Entscheidung insofern gewundert, als dass das bereits vorhandene Stellplatzangebot für einen Umstieg kaum genutzt wird. Von daher stellen wir die Frage, inwiefern ein zusätzliches Angebot in Zukunft genutzt werden würde.

Zudem ist eine generelle Reduktion der Autoinfrastruktur vor dem Hintergrund des Immissionsschutzes für die Gesundheit der Menschen, zur Verbesserung des Klimas sowie zur Minimierung des Ressourcenverbrauchs als wichtiges Ziel zu nennen. Demzufolge ist der motorisierte Individualverkehr nicht mehr zukunftsfähig und muss in den Innenstädten zunehmend minimiert werden.

Von daher weisen wir darauf hin, mit dem künftig entstehenden Stellplatzangebot am Rand der Stadt, im gleichen Zuge die innerstädtischen Abstellmöglichkeiten zu beschränken.

Als Beispiel sei hier das Parkhaus an der Bleichstraße genannt, dessen Notwendigkeit mittlerweile durch den Neubau der Tiefgarage unter dem Kö-Bogens II überflüssig geworden ist.

Und das Parkhaus am Carlsplatz zieht den MIV an eine Stelle, die dem Fußgängerverkehr vorbehalten bleiben sollte.

Mehr Wohnraum statt Autoabstellplätze in der Innenstadt!
Beide Standorte, die heute vornehmlich auf den Autoverkehr abgestimmt sind, könnten stattdessen für Wohnungen genutzt werden.
Dies sind nur zwei Beispiele aus der Innenstadt für weitere Parkhäuser, die kaum genutzt werden oder sogar leer stehen.

Alle Bäume auf dem Uniparkplatz sind zu erhalten und in die Planung des Parkhauses zu integrieren.
Die Bäume, die einer sinnvollen Anordnung der 800 Stellplätze widersprechen, sollten umgepflanzt werden.
Dass solch ein Vorgehen, auch von teils alten Bäumen, möglich und durchführbar ist, hat das Freiräumen des P1-Messeparkplatz 2018 vor dem beabsichtigten Konzert gezeigt.  

    

 

PM Baumschutzgruppe bittet Umweltministerin Svenja Schulze um Auskunft zum Stand des “Masterplans Stadtnatur” und hinterfragt in diesem Kontext baupolitische Pläne in Düsseldorf am Konrad Adenauer Platz

Umweltministerin Svenja Schulze regte im vergangenen Jahr die Erstellung eines Masterplans Stadtnatur an, wobei sie betonte, wie unverzichtbar diese für die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist. Eine lebendige Stadt hat ihrer Meinung nach ein gutes Klima und hohe Luftqualität. Sie plant die Integration von Naturschutzbelangen in die Sanierungsprogramme des Bundes.

Aus Anlass der Presseerklärung der Umweltministerin vom 2. April dieses Jahres zum notwendigen Erhalt der Biodiversität und dem Schutz von Ökosystemen, hat die Baumschutzgruppe Düsseldorf nachgefragt, wie der momentane Stand des Masterplans Stadtnatur mittlerweile ist und inwieweit sie die Forderungen zum Erhalt alter und großer  Bäume als expliziten Punkt darin aufgenommen hat.

Die Baumschutzgruppe Düsseldorf hat am 20.9.219 auf der Großen Klimademo die FFF Bewegung als Bündnispartner unterstützt. Die Klimakrise lässt sich nur gemeinsam lösen.

Wir, als Baumschutzgruppe, setzen uns für den lokalen Klimaschutz ein, der auf der kommunalen Ebene beginnt.  Unser Fokus liegt dabei auf den Bäumen, die mit ihren segensreichen Eigenschaften (Photosynthese, Luftfeuchtigkeit, Temperaturausgleich, Feinstaubfilter etc.) Garanten unserer Lebensqualität sind, gerade in der Stadt und in den  Siedlungsräumen.  Leider gerät ihre Bedeutung häufig aufgrund zahlreicher Gründe wie Bauvorhaben, Nachverdichtung, angeblicher Bedarf an Parkplätzen, Neugestaltung von Plätzen und Sichtachsen, bestehende oder befürchtete Gefahren für den Straßen- und Zugverkehr aus dem Blickfeld und führt zu einer falschen Einordnung im Wertesystem unserer Gesellschaft und der Klimapolitik. Hier muss ein Bewusstseinswandel stattfinden, den alle Verantwortlichen mittragen, denn in Zeiten des Klimawandels bzw. des Klimanotstandes braucht es mehr als nur Versprechungen auf die Zukunft. Jetzt gilt es Baumrecht vor Baurecht zu setzen und zu leben.

        

Zum Klimaschutz gehört darüber hinaus eine ganze Bandbreite an weiteren Themenfeldern und  Menschen unterschiedlicher sozialer oder politischer Gruppen bemerken, dass wir alle in einem Boot sitzen, dessen Weg wir nur in Kooperation wieder auf den richtigen Kurs bringen können und zwar jetzt SOFORT.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Geisel,
                                                                     unter der Hitze und Trockenheit leiden nicht nur viele Menschen und Tiere, sondern auch diejeneigen, die unseren Straßenraum kühlen, wohltuenden Schatten spenden und einen so wichtigen Beitrag für ein besseres Klima leisten – die Bäume!
Nun steht die dringende Frage im Raum, wie wir einen Wassermangel schnellstmöglich ausgleichen können, damit nicht wieder etliche Exemplare, wie schon im vergangenen Jahr, der Hitze zum Opfer fallen.
Alle wissen, dass schnell und koordiniert während der bevorstehenden trockenen Sommermonate gehandelt werden muss.
Es gibt zwar freiwillige Bürger- oder Anwohner*innen, die bereits konsequent die Bäume vor ihrer Haustür gießen. Allerdings ist das auf das Stadtgebiet bezogen “ein Tropfen auf die heiße Baumscheibe”.
Der Baumschutzgruppe geht es insbesondere um die großen Bestandsbäume, die im Straßenraum in erheblichem Maße unter der anhaltenden Trockenheit leiden und wendet sich an Sie mit dem Vorschlag und der Bitte, zum Beispiel das Personal, das zur Zeit zum Mähen der Blütenpflanzen eingesetzt wird, stattdessen flächendeckend für die Wasserversorgung dieser Bäume heranzuziehen. Jungbäume hingegen werden ja in den ersten beiden Jahren noch regelmäßig von den Pflanzfirmen gegossen.
 
Wir hoffen, wie viele Düsseldorfer*innen auch, dass dieser baumerhaltende Vorschlag zeitnah umgesetzt wird.
 
Mit freundlichen Grüßen,
 
Andrea Vogelgesang
im Namen der Baumschutzgruppe Düsseldorf

Foto: www.mutbuergerdokus.de

1000 Stimmen für Blütenpflanzen

Im Rahmen der Veranstaltung zum globalen Klimastreik von Fridays for Future am 24.5.2019 kommentierten und überreichten Uli Schürfeld und Andrea Vogelgesang von der Baumschutzgruppe Düsseldorf die Ergebnisse der Unterschriftenlisten zu der für das lokale Klima so wichtigen Aktion Blütenpflanzen wachsen lassen!

Sie beinhaltet die Forderung an die Umweltdezernentin Helga Stulgies, die von der Landeshauptstadt Düsseldorf im Jahr 2018 erstmals beauftragte Mähaktion an die AWISTA unter dem Motto „Sauberes Düsseldorf“ in diesem Jahr im Stadtgebiet auf keinen Fall zu wiederholen!

„Heimische Blütenpflanzen sind wichtige Insektennahrung, sie tragen zum Erhalt der Artenvielfalt bei und sind insbesondere für Tag- und Nachtfalter von besonderer Wichtigkeit. Der Erhalt eines lebenswerten Stadtraums ist dringlicher als einem Sauberkeitsbegriff aus den Jahren der Beton- und Asphaltkultur zu folgen“, äußert Uli Schürfeld. Und Andrea Vogelgesang fügt hinzu: „Blütenpflanzen und Bäume sind nicht nur reine Deko am Straßenrand und keine Frage des Geschmacks, sondern unerlässliche Teile des lokalen und letztendlich auch globalen Ökosystems.“

Zudem sollten nicht mehr von Anwohnern ausgesäte und gepflegte Glockenblumen, Stockrosen oder Königskerzen einfach weggemäht werden, denn auch das ist aus ökologischer Sicht nicht nachvollziehbar.

Unsere Ökosysteme sind stärker gefährdet als jemals zuvor. Und es ist nichts Neues, dass mit gravierenden Folgen für Menschen weltweit zu rechnen ist. Robert Watson, Hauptautor der Studie und Vorsitzender des Weltbiodiversitätsrates, weist darauf hin, dass es noch nicht zu spät zum Handeln sei, „aber nur, wenn wir sofort auf allen lokalen bis globalen Ebenen damit beginnen.“

Setzen wir auch in Düsseldorf ein Zeichen, etwas für die Biodiversität und den Insektenerhalt zu tun und nicht nur darüber zu reden.
Nehmen wir uns ein Beispiel an Wiesbaden, der hessische Landeshauptstadt. Dort haben die Verantwortlichen in der Politik und der Verwaltung beschlossen zehn Prozent der städtischen Grünflächen zu einem Lebensraum für Insekten umzuwandeln. Saatgut mit regionaltypischen Wiesenpflanzen wird zu einer bunten Blumenwiese und zwar auf Grünflächen mitten in der Stadt. Große Rasenflächen werden einfach stehen gelassen, sodass die Gräser hochwachsen und Wildkräuter und -blumen Insekten wieder einen Lebensraum bieten.

Warum wird so eine Initiative in der Landeshauptstadt von NRW, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, nicht umgesetzt? Wir denken, dass es möglich ist und die Stadtgesellschaft auch ein Beispiel geben kann für alle anderen, die Kleingärten, Parkplätze oder Vorgärten haben.

„Frau Stulgies, lassen Sie die Blütenpflanzen wachsen und ändern Sie die Pflege der städtischen Gärten, Parks und Bürgersteige. – Lassen Sie die Pflanzen wachsen, nur dann können sie etwas für den Erhalt unserer Insekten leisten“, fasst Uli Schürfeld die Forderung nochmal zusammen.

Fotos: Bodo Schmitz, www.mutbuergerdokus.de

Die üppige Blumenwiese ist auf dem O-Goetzen Weg und nur ein paar hundert Meter weiter war schon der Rasenmäher zugange. Warum reden wir überhaupt übers Klima, Artenvielfalt und Insektenerhalt, wenn das so gehandhabt wird?

An die Umweltministerin Svenja Schulze schreibt die Baumschutzgruppe Düsseldorf einen Brief  bzgl. des Entwurfs zu einem Masterplan Stadtnatur.
Darin weist sie auf die unbedingte und explizite Aufnahme des (noch fehlenden) Punktes “Schutz und Erhalt alter und großer Bäume” hin. Dass diese gerade
in Zeiten immer heißerer Sommer und bedenklicherer Luftwerte eine zentrale Rolle im Stadtklima spielen, ist hinlänglich bekannt und muss einen veränderten
Umgang in mehrfacher Hinsicht nach sich ziehen.

Masterplan Stadtnatur  

Sehr geehrte Frau Umweltministerin Schulze,

als Baumschutzgruppe setzen wir uns in Düsseldorf seit nunmehr 15 Jahren für den Schutz und Erhalt (insbesondere alter) Bäume ein.

http://baumschutzgruppe-duesseldorf.de/

Sie sind in Jahrzehnten gewachsene ökologische Werte, die Aufenthalts-, Wohn- und Lebensqualität in den Städten nicht nur steigern, sondern gelten auch als eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit und das psychische Wohlbefinden der Stadtmenschen .

Als wir von dem Entwurf des Maßnahmeprogramms für eine lebendige Stadt der Bundesregierung erfuhren, waren wir zunächst sehr erfreut, dass hierdurch der Schutz der Natur in der Stadt mehr Gewicht bekommen soll. Genau das ist im Zuge der vielen Veränderungen in den urbanen Räumen und insbesondere durch den Druck des notwendigen Wohnungsbaus mehr als nötig.

Baumerhalt im Masterplan

Leider findet sich auch in dem dafür vorgesehenen Förderschwerpunkt  kein Hinweis auf den Erhalt alter und großer  Bäume.
Wir sehen hier die Notwendigkeit, dies als expliziten Punkt im Masterplan aufzunehmen.

Sie erwähnen die große Herausforderung der Kommunen, einerseits eine dichte und flächeneffiziente Bebauung im Innenbereich und gleichzeitig eine angemessene Versorgung mit privaten und öffentlichen grünen Freiräumen für die Bürger*innen zu erreichen. Dabei wollen Sie diesen Planungsansatz insofern unterstützen, dass bei der Bauleitplanung  die im Baugesetzbuch zu berücksichtigenden vorgegebenen Belange um den Aspekt einer ausreichenden Grünflächenversorgung erweitert werden.

In dieser Hinsicht fordern wir auch, mehr Baumschutz bei Bauprojekten und den bisher geltenden Grundsatz „Baurecht vor Baumrecht“ dahingehend zu ändern, dass Baumbestand  zwingend als Wert einer humanen Planung einbezogen wird. Unsere Erfahrung in Düsseldorf zeigt leider, dass Architektur nur auf von Bäumen

freigeräumten Flächen stattfindet oder den Planern Bäume immer nur im Wege stehen. Immer wieder weichen deshalb bei Planungen alte, für das Stadtklima so wertvolle Bäume, ohne eine angemessene Berücksichtigung ihres Beitrages für das Stadtklima und die Menschen, der auf Jahrzehnte nicht durch Nachpflanzungen junger Bäume ersetzt werden kann.

Unter anderem sprechen Sie von Naturerfahrungsräumen für Kinder und Jugendliche  und der Wichtigkeit, in ihrem direkten Umfeld Natur vorzufinden. Dazu gehören maßgeblich auch Bäume und zwar nicht nur kleine, sondern auch große alte Exemplare. Zur Stadtnatur zählen nicht nur Grünflächen und Parks, sondern auch der Straßenraum mit seinem Baumbestand, den Menschen nicht erst aufsuchen müssen, sondern auf ihren täglichen Wegen automatisch nutzen.

In Düsseldorf  gibt es zur Verbesserung der Baumsituation bereits ein 1000-Bäume- Programm, in dessen Rahmen Bäume, nicht als Ersatz nach Fällungen, sondern in Stadtgebieten mit zu wenig Grün an neuen Standorten gepflanzt werden.

Dies ist ebenfalls ein guter Baustein zur Verbesserung des Klimas, darüber hinaus ist es aber von größter Wichtigkeit,  mit dem vorhandenen, alten Baumbestand in der Stadt behutsam umzugehen und diesen zu pflegen und erhalten.

Die Feststellung im „Masterplan Stadtnatur“, dass eine urbane, grüne Infrastruktur unverzichtbar für eine nachhaltige Stadtentwicklung sei, wird von uns vollumfänglich unterstützt. Dazu gehören aber große alte Bäume ebenso selbstverständlich wie Parkanlagen oder Gewässer.

Daher ist es wichtig, diese im Masterplan als besonderen Punkt explizit zu berücksichtigen und ihren notwendigen Schutz zu betonen.

Mit freundlichen Grüßen,

Uli Schürfeld

Andrea Vogelgesang

Im Namen der Baumschutzgruppe Düsseldorf

Ein Friday in den Ferien und viele sind for the Future gekommen. Nicht nur die Einhaltung der Klimaziele und der Ausstieg aus der Kohle waren Thema, sondern auch eine anstehende Veränderung von Ess- und Konsumgewohnheiten, denn nur damit und mit erneuerbaren Energien lässt sich etwas fürs Klima tun. In diesem Sinne wurde über Veganismus und zudem über Fragen zum Stadtklima, zur Biodiversität und dem Artenschutz gesprochen.

    

Fridays-for-the-future Teilnehmer unterschreiben analog die Petition der Baumschutzgruppe “artenschutz-und-biodiversitaet-bluetenpflanzen-wachsen-lassen”

AWISTA Mähauftrag stoppen

Hier sind die wesentlichen Punkte der Baumschutzgruppe zum Umgang mit dem Stadtgrün zu entnehmen:

Zeitgemäße Forderungen für einen besseren Schutz des Grüns in Düsseldorf – Erkenntnisse zum Erhalt der Artenvielfalt umsetzen
Sehr geehrte Frau Stulgies, sehr geehrte Frau Holtmann-Schnieder, wir erachten den Erhalt der Artenvielfalt und einen sorgsamen Umgang mit dem Stadtgrün, wie Wiesen und Sträucher, insbesondere aber mit Großbäumen, als einen zentralen und zeitgemäßen Aufgabenbereich nachhaltiger Politik.
AWISTA-Aktion „Sauberes Düsseldorf“ ersatzlos beenden Für die Artenvielfalt in einem Stadtraum, insbesondere für das Vorkommen von Tag- und Nachtfaltern sind die Blütenpflanzen wichtig. Gerade von ihnen ernähren sich die Insekten. Das Bemühen als Beitrag zur Biodiversität die Bevölkerung aufzufordern Wildblumensamen auszusähen, steht in Widerspruch zu der im Frühjahr 2018 begonnene Aktion „für Sauberkeit in der Stadt “. Dabei wurden nicht nur wertvolle Wildblumen niedergemäht, sondern auch Glockenblumen, Königskerzen oder Stockrosen an Hauswänden, die die Bewohner mit großer Sorgfalt zwischen dem Bordsteinpflaster groß gezogen hatten oder an Orten wie z.B. auch Parkplätzen, wo die Verkehrssicherheit keinesfalls beeinträchtigt war. Gerade aus ökologischen Gesichtspunkten heraus, sollte sich solch eine Kampagne im Jahr 2019 nicht wiederholen. Ein zeitgemäßes Erfordernis liegt im Erhalt eines lebenswerten Stadtraums und nicht dem Entsprechen eines Sauberkeitsbegriffes aus den Jahren der Beton- und Asphaltkultur.
Dieses Schreiben wird aus Gründen des Umweltschutzes und der Ressourcenschonung ausschließlich auf dem
elektronischen Wege versandt. Unter www.baumschutzgruppe-duesseldorf.de finden Sie weitere Dokumente.
Prüfung auf Vogelnester und vorhandene Insekten Eine Prüfung auf Vogelnester und vorhandene Insekten, die unter besonderem Schutz stehen, sollte vor jeder Fällung durch sachkundige MitarbeiterInnen des Gartenamtes durchgeführt und bei Feststellung einer Besiedlung die Fällung verschoben werden. So kann die Wiederholung eines Missgeschickes, wie bei der Abholzung des sogenannten „Bienenbaumes“ im Ostpark vermieden werden, in dem sich zu diesem Zeitpunkt ein Bienenvolk befand, das mit der Fällung des Baumes starb. Eine Absperrung des Baumes hätte Besucher davon abgehalten sich dem instabilen Baum zu nähern und eine fachmännische Umsiedlung des Bienenvolkes wäre möglich gewesen.
Alle Fällungen müssen dem Gartenamt gemeldet werden. Auch vor zwei Jahren zeigte sich, am Beispiel der Metro-Bäume an der Reuterkaserne eine mangelnde Sensibilität für (Groß)bäume. Erst mit den Protesten durch Anwohner, die die Bäume nach dem Sturm Ela gespendet hatten, wurde über die Presse nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch das zuständige Amt über die unnötige Fällung der großen neu gepflanzten Bäumen informiert.
Auch auf einem Privatgrundstück in Lörick wurde der gesamte Baum- und Strauchbestand abgeräumt, ohne dass das zuständige Gartenamt im Vorhinein darüber informiert war. Es wurden diesbezüglich nur geringe Strafen ausgesprochen, eine vom Eigentümer gewünschte vollständige Beseitigung des Grüns wurde nachträglich sogar genehmigt. Dabei ist der Erhalt, insbesondere alten Baumbestandes angesichts der Erfordernisse im Klimaschutz und bei der Anpassung an den Klimawandel wichtiger denn je. Es ist daher notwendig andere Verwaltungsabteilungen, also nicht nur Umwelt- und Gartenamt mit einzubeziehen, damit sich Ereignisse des letzten Jahres wie am Fürstenplatz nicht wiederholen. Die dortigen Fällungen von Großbäumen und der Rückschnitt von Sträuchern wurden nicht nur ohne Kenntnis des zuständigen Amtes vorgenommen, sondern auch mitten in der Brut- und Schonzeit.
Mit freundlichen Grüßen
Uli Schürfeld Andrea Vogelgesang Silvia Droste-Lohmann

Baumschutzgruppe betont die Wichtigkeit der Baumpflege und des Erhalts im Rahmen des Klimaschutzes

Sehr geehrte Frau Cardeneo,

wie in dem WZ Artikel „Was die Stadt nach dem extremen Wetterjahr für den Klimaschutz tut“ vom 3.1.2019 zu lesen war, werde die Stadt im neuen Jahr einige Maßnahmen zum Klimaschutz und der Klimaanpassung ergreifen. Ein dementsprechender „Aktionsplan zur Verschattung und Abkühlung stark frequentierter öffentlicher Räume“ in Form von Wasserzerstäubern sei vorgelegt worden und mit Baumpflanzungen und Hochbeeten solle der Hitze auf hochversiegelten Stadtplätzen entgegengewirkt werden.

Zu diesem Aktionsplan möchten wir als  Baumschutzgruppe einen Beitrag leisten, der nach unserer Kenntnis bisher nicht erwähnt wurde. Neben der Neupflanzung von Bäumen ist es unserer Meinung nach genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, die vorhandenen Großbäume zu erhalten und ihre Vitalität und ihr Wachstum durch gezielte Maßnahmen zu unterstützen. Schon aufgrund ihrer viel größeren Phytomasse leisten sie einen weitaus höheren Beitrag in der Klimaanpassung als es junge, neu gepflanzte Bäume in ihren ersten Jahren (Jahrzehnten) können.

Diese besondere Leistung großer alter Bäume für das urbane Klima sollte mit einem ganzen Kapitel in dem Klimaanpassungskonzept gewürdigt werden. Dies ist auch deswegen wichtig, da in der planerischen und verkehrspolitischen Praxis die Belange der Bäume bisher keine Rolle spielen. Dort wird vornehmlich aus der Perspektive der Wahrung der Verkehrssicherheit oder des Lärmschutzes argumentiert, was meist zur Folge hat, dass sie gefällt werden.

Die  Kooperationsvereinbarungen 2014-2020 beschreiben hingegen die “Ziele unserer Stadtentwicklungsplanung“ mit folgenden Worten:
„Die Folgen des Sturms „Ela“ zeigen, dass der Erhalt von Bäumen als ein vorrangiges Ziel des Planens und als Bestandteil des Wertesystems beim Bauen vorrangig zu berücksichtigen ist. Ziel ist es, den Erhalt von Bäumen schon im  Vorentwurfsstadium zu beachten.”
Wir sehen die Planungen zum Klimaschutz und der Klimaanpassung als einen Teil der Stadtentwicklungsplanung.

Im Widerspruch zu den hier genannten Zielen steht das Vorgehen bei vielen Bauvorhaben, wie sich auch bei der Neuplanung des Konrad Adenauer Platzes am Hauptbahnhof deutlich zeigt.
Dort soll der gesamte Bestand ca. 40 Jahre alter Bäume beseitigt werden. Gerade hier aber halten sich tagtäglich besonders viele „klimasensitive Bevölkerungsgruppen“, wie in dem Artikel beschrieben, auf.
Wie schon oben erwähnt würden Neupflanzungen, von meist kleineren Bäumen, auf viele Jahre keinen Ersatz für die großen Platanen erbringen können.
Daher bitten wir Sie, diesen wichtigen Aspekt der „Verschattung und Abkühlung“ durch die vorhandenen Bäume in die noch laufenden Planungen auf dem Konrad Adenauer Platz einzubringen.

Wie wir in vielen Gesprächen mit Fachleuten und auch aus dem Gartenamt erfahren konnten, geht es den Großbäumen im Stadtgebiet nicht gut. Verdichtungen in ihrem Wurzelraum durch parkende Fahrzeuge oder die übermäßige Anwendung von Streusalz in den Wintermonaten schädigen insbesondere Straßenbäume stark und sie werden in ihrer Vitalität, sich gegenüber Schädlingen zu „wehren“ beeinträchtigt.
Wir erachten es daher für notwendig, auch und gerade für die Fragen der Klimaanpassung, neben den vorhandenen Plänen die Perspektive des Baumerhalts  einzubeziehen und zu entwickeln.
Ein „Masterplan Baumerhalt“ würde den Fokus auf die leistungsfähigsten „Klimamacher“ in unserer Stadt lenken und den Bäumen die Aufmerksamkeit  geben, die sie schon lange verdient haben.

Mit freundlichen Grüßen

Uli Schürfeld                       Andrea Vogelgesang

Baumschutzgruppe Düsseldorf

Die Fußgruppe „Natürlich Jeck“

Der „Lebende Weihnachtsbaum“ und ein „Ed-Sheeran-Baum“ 

Die Fußgruppe »Natürlich Jeck« präsentierte sich auf dem Rosenmontagszug 2019 für »Umwelt ins Zentrum« (UIZ) – gleich mit einem doppelten Appell, nämlich sowohl ein Umwelthaus in zentraler Lage in Düsseldorf zu errichten als auch die immer dringlicher werdenden Umweltbelange ins Zentrum des Bewusstseins zu rücken. Mit dabei waren Naturschutzverbände und -gruppierungen (BUND, NABU,Lokale Agenda, Baumschutzgruppe, Naturfreunde Düsseldorf etc.) und ebenso die ganz jungen Menschen der „Fridays for Future“ Bewegung: an diesem Tag sozusagen  eine gemeinsame „Monday for Future“ Aktion.

Auf den Klimawandel, den Kohleausstieg, die bedrohte Artenvielfalt oder den Umgang mit Bäumen machten die Teilnehmer

als schützenswerte Lebewesen aus Flora und Fauna originell verkleidet wie zum Beispiel als Insekten, Würmer, Vögel oder Eichhörnchen, als ein Ed Sheeran-Baum und ein „Lebender Weihnachtsbaum“ rund um die selbstgebaute Großplastik eines Apfelbaumes, wie schon auf dem Rosenmontagszug 2018, aufmerksam.

Die „Kamelle“ wurden in umweltfreundlicher Form als Saatgut in Tütchen und fair gehandelte Schokolade in die Menge geworfen.

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Vorwurf zur Anstiftung zum Rechtsbruch
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet fordert Besetzer zur Räumung des Hambacher Forstes auf und sagt, Antje Grotehus animiere die Aktivisten mit der Forderung zu bleiben, zum Rechtsbruch. Illegale Besetzungen seien nicht akzeptabel. Auch wenn es dieses Jahr wegen der laufenden Gerichtsverfahren keine Rodungen im Hambacher Wald geben werde, wie er betont, bezog sich Antje Grotehus in einem Radiobeitrag auf Ankündigungen von radikalen Braunkohlebefürwortern, die mit Fällungen der Bäume im Hambacher Wald gedroht haben. Die Aktivisten im Wald begehen in ihrer Funktion als Wächter also wohl kaum einen Rechtsbruch. In keinem Verhältnis dazu steht vor allem auch der Verstoß des Ministerpräsidenten bzgl. eines verzögerten Kohleausstiegs im Hinblick auf die Generationengerechtigkeit und die Gerechtigkeit gegenüber Menschen, die heute schon aufgrund des Klimawandels unendliches Leid erfahren müssen.

Ebenso unvorstellbar die Äußerungen des NRW Ministers des Innern, Herbert Reul, in denen er das Vorgehen gegen den Drogenhandel im Ruhrgebiet in einem Atemzug mit den Baumschützern im Hambacher Forst nennt.

Um unsere Solidarität mit den “Wächtern des Hambacher Waldes” auszudrücken, brachten wir ihnen Wasser und was zu Essen. Aber seht selbst auf dem Video.

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Baumschutzgruppe Düssel-Dorf vorm Hambi-Dorf (Wiesen Camp)

Rodungsstopp  – 50 000 Menschen am 6. Oktober

EvaTo_ller_Andrea und am 13.9. vor dem Bauministerium

Klimaschutz bedeutet nicht nur den Aussstieg aus der Braunkohle, sondern auch Baumschutz, der auch bei den Erneuerbaren Energien mit an erster Stelle stehen sollte.

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Am 30.9. mit über 10 000 Menschen beim Waldspaziergang

Kommt auch am 6. Oktober um 12 Uhr, Treffpunkt: Buir

Baumschutzgruppe schreibt an Ministerpräsident Armin Laschet:

Sehr geehrter Herr Ministerpäsident Laschet,
 
                                                                       wir fragen uns ernsthaft, wie man nicht nur mit umweltpolitischen Erfordernissen, sondern auch mit den Aktivisten im Hambacher Forst umgeht, jungen Menschen, die alles dafür einsetzen, um “das 12000 Jahre alte Waldstück” zu retten, und damit ein Zeichen für die Driglichkeit  setzen, zum Wohl der Menschheit und der Ökologie nicht nur umzudenken, sondern auch zu handeln!
 
In unserem  Land müssen  Bürger und Unternehmen Feinstaubplaketten vorweisen, Dieselfahrverbote stehen an. Und Sie geben dem größten CO2 Produzenten NRWs, der RWE, die Erlaubnis zur Rodung des letzten alten Stückes Wald von 12.000 Jahren Bestand, obwohl der Braun-Kohleausstieg geplant und die Folgen des Klimawandels mit aller Macht spürbar sind.

Die Bundesregierung positioniert sich zwar mit Worten gerne als Klimaschützer. Deutschland bleibt aber immer noch größter Braunkohleförderer weltweit. Um diese klimaschädliche Stromerzeugung weiterzuführen, weitere unzählige Bäume zu fällen, ist ignorant und zeigt wie „ernst“ es um Taten zum Klimaschutz steht. Wie kann es also sein, dass Menschen, die sich FÜR etwas einsetzen, für den Erhalt so wichtiger Werte, die unbezahlbar sind und nicht mit Geld aufgewogen werden können, zu hochgefährlichen Randalierern stilisiert werden?

Was muss noch geschehen, damit in der Wirtschaft und in der Politik ankommt, was Klimaexperten längst dringlichst fordern?

RWE sägt auf dem Ast, auf dem sie selber sitzen, leider sitzen wir alle aber mit darauf und müssen Folgen tragen, gegen die wir eigentlich versuchen etwas zu tun! Respekt vor all denen, die sich seit Jahren mit Mut und Ausdauer für den Erhalt des Hambacher Forst einsetzen.

Eine Farce ist es, dass gerade erst vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung die bundesweiten Aktionstage „Wald bewegt“ (13. bis 16.9.) veranstaltet wurden, zu gewinnen war ein Wochenende im Baumhaus!! Und im Hambacher Forst werden Baumhäuser und der Wald brachial vernichtet.
 
Der Hambacher Forst ist für viele Menschen von großer Bedeutung und weder Betroffene, BürgerInnen aus ganz Deutschlandund noch die internationale Presse befürworten, dass hier das letzte Stück Wald  vernichtet werden soll.
 
Die Menschen können nicht nachvollziehen, dass die von ihnen gewählten Volksvertreter, die Rodung des Hambacher Forstes nicht sofort im Interesse der Bürger stoppen.
 
 
Herr Laschet, Sie haben es in der Hand: Schützen Sie bitte im Interesse unserer Kinder und Enkel und aller nachfolgenden Generationen, den Hambacher Wald vor der Rodung.
 
 
Mit freundlichen Grüßen,
Andrea Vogelgesang
im Namen der
Baumschutzgruppe Düsseldorf
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