Natur-Kunst-Werk


“Buche wird zum Natur-Kunst-Werk”Grabmal – Denkmal – Mahnmal  Die Septembersonne war gnädig, fast schon ein bisschen zu heiß, als die Teilnehmer der Aktion “Buche wird zum Natur-Kunst-Werk” am 12.9.2021  im Ostpark um den hochragenden, kronenlosen Stamm der Buche im Ostpark an der Sulzbachstraße Mengen an Treibholz zusammentrugen.In einem äußeren Rand in einem Abstand von zwei Metern wurde es zu sogenannten “Leonardo-Brücken”, in der Innenfläche sternförmig zum Stamm des Baumes ausgelegt. So wurde mit dem Treibgut an das Hochwasser  im Sommer erinnert, das bei Tief Bernd an die Düsseldorfer Ufer des Rheines angespült worden war und ganz in der Nähe hier die nördliche Düssel die Ostparksiedlung nach Starkregen überschwemmt hatte. Ein Ereignis wie nie zuvor. Die abgängige Blutbuche gibt Zeugnis von Sturm Ela, bei dem sie einen Riesenast und nun nach Jahren auch ihre Standsicherheit verlor. Die Baumschutzgruppe setzt sich für den Erhalt lebender Bäume ein, hier aber lenkt sie auf die Folgen der aus dem Takt geratenen Rhythmen der Jahreszeiten, die nun bis in unsere Breitengrade mit außergewöhnlichen Stürmen und Starkregen mit Überschwemmungen deutlich spürbar sind.Der Natur nämlich wird keine Zeit mehr zur Regeneration gegeben,  sodass die Erdatmosphäre und das Klima stark geschädigt sind, lokal und global.Um der abgängigen Buche, mit ihren wichtigen Aufgaben für das Ökosystem die Würde zu geben, weiterhin aufrecht sterben zu können, ist sie nun von einem Wall umgeben. Er wird sie solange schützen, wie dieses Denk- und Mahnmal respektiert wird. Die Idee, zu einer Kunstaktion  steht im Kontext mit dem Beuys Jahr 2021. Der Künstler prägte die Sicht einer gesellschaftsverändernden Kunst über einen ästhetischen Anspruch hinaus, indem er postulierte: “Jeder Mensch ist ein Künslter”, und damit daran beteiligt sei, sozial und kreativ jederzeit mit auf politische und wirtschaftliche Prozesse Einfluss zu nehmen bzw. sie mit zu gestalten. Während der Aktion verlas Uli Schürfeld ein Statement, in dem er dringlich auf einen anderen Umgang mit der Natur hinwies und dabei unter anderem die Forderung bekräftigte, in der Brut- und Schonzeit keine Bäume mehr zu fällen, so wie es das Gesetzt auch vorsieht. In diesem Sinne schloss Uli Schürfeld:
Kunst ist, was in den Köpfen bleibt.
Das Materielle, der Stoff, aus dem die Kunst oder auch diese Skulptur gemacht ist, ist vergänglich, aber der Gedanke dahinter bleibt.Denn die Kunst erinnert uns daran, was nötig ist zu tun: wie zu entscheiden und wie zu handeln ist, jetzt und in Zukunft. ”

Eine kleine ansprechende Veranstaltung, die auch viele Spaziergänger anzog und zu interessanten Gesprächen und Zustimmung führte.

Fotos: www.mutbuergerdokus.de 

Am Sonntag, den 12. September um 13 Uhr an der Sulzbachstraße im Ostpark

Grabmal – Denkmal – Mahnmal

Vom Recht zu leben und der Würde aufrecht sterben zu dürfen 

Ein Ausrufezeichen beinhaltet eine Aufforderung                                                                                                                                                                              So wie ein Ausrufezeichen ragt auch der hohe Stamm der Buche im Ostpark, an der Sulzbachstraße, empor, der nach einem starken Kronenrückschnitt in diesem Frühjahr zurück blieb. Ohne Äste und Zweige und mit einer erheblichen Verletzung, die sich einige Meter am Stamm entlang zieht, erinnert er an den Pfingststurm Ela, der vor acht Jahren einen Riesenast des Baumes wegriss. Zur Erinnerung: Sturm Ela hat alleine in Düsseldorf insgesamt 40 000 Bäume zerstört.

Diese Buche soll uns erinnern und auffordern zugleich

Werden, Vergehen, neues Werden etc. sind natürliche Kreisläufe mit eigenen Gesetzen. Wir aber geben der Natur nicht mehr die Zeit zur Regeneration und je weniger wir das tun, desto weniger lässt sich auch ihr Verhalten voraussagen. Die Erdatmosphäre und das Klima sind mittlerweile schon so geschädigt, dass die Rhythmen der Jahreszeiten immer mehr durcheinander kommen – lokal und global.

Was wir der Natur antun, fällt auf uns zurück. Das haben die Düsseldorfer:innen auch in diesem Jahr mit Tief Bernd drastisch zu spüren bekommen, als mitten im Sommer die nördliche Düssel die benachbarte Ostparksiedlung nach Starkregen überschwemmte. Ein Ereignis wie nie zuvor.

Das Überleben wird für Menschen, Flora und Fauna immer schwieriger und bedarf immer größerer Anstrengungen in der Gegenwart, aber auch mit Blick auf nachfolgende Generationen. Schon viele Lebewesen und Arten haben diesen Kampf verloren und wenn wir noch etwas retten wollen, dürfen wir nicht mehr so wie heute mit der Natur und ihren Ressourcen umgehen.

Treibgut, das vom Rhein bei dem Hochwasser an die Düsseldorfer Ufer angespült wurde, legen wir bei unserer Aktion am Sonnntag, den 12. September um 13 Uhr an der Sulzbachstraße im Ostpark (Höhe Fußballverein) um die abgängige Blutbuche, einerseits zum Schutz und gleichzeitig als Zeugnis davon, was es bedeutet den Kräften der Natur, bei Stürmen und Überschwemmung, zum Opfer zu fallen. 

Der „Schutzwall“ ist nur sicher, wenn nicht die Menschen für seinen Erhalt sorgen. Jede/r* ist also aufgerufen den Wall mit Hölzern zu verstärken und evtl. zusammengestürzte Brücken wiederaufzubauen.
Und doch wird er nicht ewig bleiben, denn er ist Natur und Kunst zugleich.
Wie auch der Baum in seiner heutigen Form von Naturkräften und von Menschen geformt ist, nachdem sein Krone weggeschnitten ist.

Am Joseph Beuys Ufer war auf einem Transparent zu lesen Kunst ist, was bleibt. Wir ergänzen und vervollständigen den Satz: Kunst ist, was in den Köpfen bleibt.
Das Materielle, der Stoff, aus dem die Kunst oder auch diese Skulptur gemacht ist, ist vergänglich, aber der Gedanke, das Ideal dahinter bleibt. 

Denn die Kunst erinnert uns daran, was nötig ist zu tun: wie zu entscheiden und wie zu handeln ist, jetzt und in Zukunft, um alles Wirtschaften und alle Entscheidungen an den unbezahlbaren und unersetzlichen Wert der Natur zu adaptieren.

So erklären wir die Buche zu einem Natur – Kunst –  Werk

Ausrufezeichen!