Lebende Weihnachtsbäume


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„…Du stehst nicht nur zur Weihnachtszeit, nein auch im Sommer, wenn die Sonne scheint… wie grün sind Deine Blätter….“

 

In der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius und Benedictus  der Kirche St. Maria, Hilfe der Christen an der Löricker Str. – Ecke Niederdonker Str. wurde am 6.12.2018 die dort bereits stehende Kiefer von Jungen und Mädchen des Kindergartens der Gemeinde   mit Selbstgebasteltem festlich geschmückt, die Baumschutzgruppe hat auch hier die Organisation der Beleuchtung in die Wege geleitet. Die Aktion war nicht nur schön, sondern auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit, zur Ressourcenschonung so wie auch im Zoopark, wo für die beleuchtete und geschmückte Zeder auf den abgeholzten Baum am Brehmplatz verzichtet wurde. Das nämlich ist der Sinn des Projektes: auf die Fällung von 50 zum Teil bis zu 100 jährigen Nadelbäumen zu verzichten, die nach gerade mal sechs Wochen Weihnachtsstimmung schlichtweg entsorgt werden. Dabei handelt es sich immer auch um besonders schöne und vitale Exemplare… Bei Kenntnis des Waldzustandberichtes und alarmierender Nachrichten zum Klima  sollte der Umgang mit natürlichen Ressourcen dringend überdacht werden.  1700 Exemplare für einen Megabaum zu  verbrauchen, um den „größten Weihnachtsbaum der Welt“ zu konstruieren,  der Rekord von 316 Weihnachtsbäumen an und in einem Einfamilienhaus oder das „Wettrüsten“ der Städte nach dem Motto – Wer hat den größten Weihnachtsbaum? sind alles andere als nachhaltig. Dabei ist es eigentlich so einfach,   Ressourcen zu nutzen, ohne sie zu vernichten und das ALLE JAHRE WIEDER….

 

 

Zeder am Vagedesplatz wird zu Lebendem Weihnachtsbaum

Sonnenschein und milde Temperaturen sorgten nicht gerade für Adventsstimmung am Vormittag des 3. Dezember. Das sollte sich schnell ändern, als Marina Spillner von der BV 1, Uli Schürfeld und Andrea Vogelgesang von der Baumschutzgruppe Düssseldorf am Vagedesplatz die Zweitklässler der Matthias Claudius Grundschule und deren Klassenlehrerin trafen. Die Jungen und Mädchen hängten selbstgebastelten Schmuck in die Zweige der Zeder vor Ort und verwandelten sie mit farbenfrohen Sternen und silbernen Glocken in einen „Lebenden  Weihnachtsbaum“. Die Kinder verstanden gut, dass ihre Unterstützung nicht nur ein Beitrag für eine adventliche Stimmung, sondern  auch für Nachhaltigkeit ist. So erklärten die Initiatoren  des Projektes „Lebende Weihnachtsbäume für Düsseldorf“ , dass entweder an geeigneten Plätzen bereits stehende Bäume, wie die Zeder am Vagedesplatz, zur Adventszeit geschmückt und erleuchtet oder alternativ neue gepflanzt würden, damit auf das alljährliche Fällen vitaler und wertvoller Großbäume und den Transport und das Aufstellen auf Plätzen oder  Weihnachtsmärkten verzichtet  werden könne. Die geschmückte Zeder erfreut nun ihrerseits bis Mitte Januar vorbeikommende Fußgänger und Autofahrer, in den Abendstunden leuchtet sie zudem. Jetzt fehlt nur noch die winterliche Kälte – aber je mehr Menschen bereit sind, sich für Ressourcenschutz und Nachhaltigkeit einzusetzen, auf lokaler und globaler Ebene, lässt das vielleicht auch hoffen, dass die Weihnachtszeit mal wieder weiß wird.

Vonnöten ist das allemal und heute startet die UN-Klimakonferenz im polnischen Katowice, die  bis zum 14. Dezember tagt, deren Botschaft jetzt schon steht: Etwas fürs Klima zu tun: darauf lässt sich nicht mehr warten.

 

 

 

„Lebende Weihnachtsbäume in Düsseldorf“ – Eine Idee schlägt Wurzeln und ein Weg führt nach Rom….

Der Schmuck, den die Kinder der „Schule der Zukunft“ vom Paulusplatz an dem trüben Nachmittag des 30. November in den Zoopark mitbrachten, war nicht nur schön, sondern auch noch nachhaltig: hergestellt aus alten Verpackungen, Yoghurtbechern, Kronkorken, CDs etc. Die weihnachtlich verzierten Basteleien hängten die Jungen und Mädchen in die Zweige der schönen Zeder im Zoopark und verwandelten sie, wie schon 2017, in einen „Lebenden Weihnachtsbaum“.

 

 

Das Projekt der Baumschutzgruppe Düsseldorf zielt darauf ab, die Fällung großer vitaler Nadelbäume für gerademal sechs Wochen Festtagsstimmung in der Adventszeit und deren anschließende Entsorgung zu verhindern. „Eine ungeheure Verschwendung ist das. In diesem Jahr ist mit der Beleuchtung der Zeder auf das Aufstellen eines abgeholzten Baumes am Brehmplatz verzichtet worden“, kommentiert Andrea Vogelgesang von der Baumschutzgruppe den Sinn der Aktion. „Außerdem gibt es noch andere Standorte für unsere Initiative in anderen Vierteln“, fügt Uli Schürfeld, Mitinitiator des Projektes, hinzu, „ 2018 gibt es bereits fünf „Lebende Weihnachtsbäume“ im Sinne dieses nachhaltigen Projektes und für das kommende Jahr sind Pflanzungen an weiteren Standorten geplant.“

 

 

 

 

Warum die Baumschutzgruppe dem Papst geschrieben habe, wollten die Kinder wissen, als sie den Brief mit der Adresse an das Oberhaupt der katholischen Kirche sahen. Sie erfuhren, dass in vielen anderen Städten, so auch in Rom geschlagene Weihnachtsbäume, wie letztes Jahr die Weihnachtsfichte auf der Piazza Venezia, nach Transport und Aufbau, oft derart spärlich erscheinen, dass sie verspottet werden und dabei immerhin Kosten von knapp 50000 Euro verursachen und dass dies alles andere als nachhaltig sei. Fast unvorstellbar die Summe von 376 000 Euro für den diesjährigen Weihnachtsbaum, der von Netflix gesponsert wird. Kaum besinnlich oder nachhaltig – so wendet sich die Baumschützer an den Papst, als Bischof seiner Diözese in Rom, mit der Bitte auch seiner Stadt den Vorschlag zu unterbreiten, die Weihnachtszeit mit lebendigen Bäumen zu feiern. Denn Franziskus betont immer wieder eindrücklich die Wichtigkeit eines respektvollen und schonenden Umgangs mit der Umwelt. Gestern wanderte der Brief nach dem Ende der schönen vorweihnachtlichen Veranstaltung in den Briefkasten auf seinen Weg nach Rom, derweil leuchtet die geschmückte Zeder die nächsten Wochen bis in den Januar hinein in festlichem Glanze im Zoopark – als erster lebendiger Weihnachtsbaum in Düsseldorf.

 

 

 

 

Festliche Erleuchtung des „Lebenden Weihnachtsbaumes“ im Zoopark am 29.11.2018 um 16 Uhr gemeinsam mit Schülern der „Schule der Zukunft“ – Wir ersetzen den geschlagenen Großbaum am Brehmplatz und werfen einen analogen Brief an den Papst in den Postkasten

Weihnachtsbäume auf öffentlichen Plätzen scheinen vieler orten offenbar weniger ein Zeichen der Besinnlichkeit, als vielmehr zum Objekt des Wettbewerbes geworden zu sein. Städte versuchen sich zu überbieten:

Dortmund verbraucht gleich 1700 Exemplare, um den „größten Weihnachtsbaum der Welt“ zu konstruieren, während Herne einen 45 Meter hohen Konkurrenten aus Plastik aufgebaut hat. Derweil wird aus München, Berlin, Frankfurt, Essen und auch Düsseldorf immer wieder von gerupften Bäumen berichtet, die nach dem Fällen unter langer Anfahrt und Aufbau zu viele Nadeln lassen und auf Spott stoßen. Manche wurden im gleichen Jahr noch durch einen zweiten geschlagenen Baum ersetzt. Essen hat sich 2018 für Kunststoff entschieden.

Nicht die Höhe der Bäume, sondern auch Anzahl von LED Leuchten,  Schmuck, Selfiezonen etc. bestimmen also die Vorbereitungen auf das Fest der Besinnlichkeit….

Alles andere als nachhaltig und eine sinnlose Verschwendung von natürlichen und finanziellen Ressourcen. Genau diese schont unser Projekt „Lebende Weihnachtsbäume“, das das sinnlose Fällen von Großbäumen überflüssig macht und damit ebenso zum Fortbestand der Tradition des Weihnachtsbaumes beiträgt.

Unsere fundierte Alternative schlägt bereits an mehrere Stellen im Stadtgebiet Wurzeln und es werden in den kommenden Jahren weitere Standorte hinzukommen (siehe Anhang)

Wie teuer das Liefern, und der Auf- und Abbau geschlagener Bäume ist, zeigt sich daran, dass nur dort Bäume stehen können, wo Sponsoren helfen.

Auch in Rom erschien letztes Jahr die Weihnachtsfichte auf der Piazza Venezia derart spärlich nach Transport und Aufbau, dass sie verspottet und zum Ausgleich mit doppelt so viel Schmuck und Licht versehen wurde. Immerhin kostete der Baum die Römer 48 000 Euro, was allerdings vergleichsweise gering  zur Summe von 376 000 Euro des diesjährigen Baumes erscheinen mag (von Netflix gesponsert).

Diese Nachrichten veranlassten uns, den Papast persönlich, als Bischof von Rom, auf unsere Initiative aufmerksam zu machen und zu bitten, in diesem Sinne auch in Rom seinen Einfluss geltend zu machen.

 

Baumschutzgruppe schreibt an Papst Franziskus

Seine Heiligkeit Franziskus, der Papst,
da wir wissen, dass Ihnen der Umweltschutz ein besonderes Anliegen ist, wenden wir uns in der Adventszeit an Sie.

Wir sind eine deutsche Initiative, die sich seit Jahren für den Erhalt der Bäume einsetzt.

Ein Teil unseres Anliegens betrifft den Umgang mit Weihnachtsbäumen im öffentlichen Raum von Großstädten.

Jahr für Jahr werden weltweit tausende große Tannen abgeholzt,
um sie für einige Wochen als Dekoration in der Adventszeit auf den Plätzen zu belassen. Und danach werden sie einfach weggeworfen.
Aus unserer Sicht ist dies eine enorme Verschwendung natürlicher Ressourcen, insbesondere angesichts des kritischen Zustands der Wälder.
Aus diesem Grund haben wir vor einigen Jahren das Projekt „Lebende Weihnachtsbaume“ in Düsseldorf gestartet. Unser Ziel ist es, lebende Bäume in der Adventszeit zu schmücken und zu beleuchten. Den Rest des Jahres bleiben sie an ihrer Stelle und können immer wieder dekoriert werden. So wird verhindert, dass große Bäume für die Weihnachtszeit abgeholzt werden müssen.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hat berichtet, dass es in Rom auch kritische Fragen zum Umgang mit Weihnachtsbäumen gibt, wie zum Beispiel, dass die Römer im vergangenen Jahr 48 000 Euro für einen Baum auf der Piazza Venezia bezahlen mussten, der aufgrund seiner Anreise an Volumen und Schönheit eingebüßt hatte. Und die Zeitung „La Repubblica“ schrieb, dass Netflix in diesem Jahr beispielsweise einen Weihnachtsbaum für 376.000 Euro an Rom vergeben hat. Das bedeutet auch eine ungeheure finanzielle Verschwendung und Kommerzialisierung, die kaum für Besinnlichkeit stehen.

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Mit der Initiative „Lebende Weihnachtsbäume“ hingegen kann nicht nur auf das jährliche Abholzen großer vitaler und wertvoller Bäume verzichtet werden, sondern auch auf den erheblichen personellen und technischen Aufwand für Transport und Montage auf Geschäftsstraßen, Plätzen oder Weihnachtsmärkten.

Wir wissen, dass Ihnen der Umweltschutz auch sehr wichtig ist, wie immer wieder eindrucksvoll dokumentieren.
Daher bitten wir Sie, sich als Bischof in Ihrer Diözese dafür zu einzusetzen, unsere nachhaltige Idee bekannt zu machen und der Stadt Rom den Vorschlag zu unterbreiten, lebendige Weihnachtsbäume zu pflanzen. Die große Piazza di Venezia an der belebten Straße zum Beispiel, wo der tote Baum jedes Jahr aufgestellt wird, erschiene uns für ein solches Projekt durchaus geeignet.

Wir bitten Sie als eine Person, die sehr um das Wohlergehen der Natur besorgt ist, als Bischof von Rom und schließlich als Vorbild mit Einfluss in Ihrer Funktion als Papst, die Haltung gegenüber den Weihnachtsbäumen mit zu gestalten.

 

Darüber hinaus ist dies nicht nur eine Frage der Umwelt, sondern entspricht auch dem auch dem religiösen Anspruch der „Bewahrung der Schöpfung“.

 

Mit aller Hochachtung,

Andrea VogelgesangUli Schürfeld

Baumschutzgruppe Düsseldorf

Sua Santità_Alberi di Natale Viventi pdf

 

 

 

 

 

„Lebende Weihnachtsbäume für Düsseldorf“

Warum alle Jahre wieder Bäume abholzen, aufstellen, schmücken und dann wegwerfen, wenn es auch anders geht.

Am 30.11.2017 haben wir den  ersten  „Lebenden Weihnachtsbaum“ in der BV 2 im Zoopark hinter dem Eisstadionparkplatz „erleuchtet“ und von Kindern der „Schule der Zukunft“  der Paulusschule mit selbstgebasteltem, nachhaltigem Schmuck weihnachtlich dekoriert.

Am 4.12.2017 wurde in der BV 1 eine stattliche Zeder an der Haltestelle „Schloss Jägerhof“ von Kindern der Matthias Claudius Schule geschmückt und von der Baumschutzgruppe Düsseldorf beleuchtet.

Ziel des Projektes „Lebende Weihnachtsbäume für Düsseldorf“ ist es, an geeigneten Plätzen bereits stehende Bäume, zur Adventszeit zu schmücken und zu erleuchten und damit auf das alljährliche Fällen vitaler und wertvoller Großbäume und den erheblichen personellen und technischen Aufwand für den Transport und das Aufstellen auf Geschäftsstraßen, Plätzen oder  Weihnachtsmärkten zu verzichten.

Alternativ sollen in Zukunft auch an geeigneten, exponierten Standorten im Stadtgebiet Nadelbäume gepflanzt werden,  um sie über die Weihnachtszeit hinaus den Rest des Jahres in ihrem grünen Nadelkleid dort zu belassen, ebenfalls mit dem Ziel, alljährliche Fällungen überflüssig zu machen.

Das Gute daran: Auf diese nachhaltige Art und Weise kann die Weihnachtsbaumtradition noch lange erhalten bleiben, ohne natürliche Ressourcen sinnlos zu verbrauchen  und Bäume zu Wegwerfartikeln zu degradieren. Denn um unsere Erde zu bewahren, ist es wichtig gemeinsam zu handeln und mit der Natur und den zur Verfügung stehenden Vorräten sorgsam umzugehen.

Zur Umsetzung dieses Projektes, brauchten die Initiatoren Uli Schürfeld und Andrea Vogelgesang die Kooperationsbereitschaft vieler Menschen: Über Absprachen mit dem Gartenamt und den Austausch mit den Bezirksvertretungen, mit Unterstützung der Rheinbahn  und zahlreichen SchülerInnen kann dieses Projekt nun endlich Wurzeln schlagen. Es soll auf lange Sicht in jedem Stadtbezirk Nachahmer finden.

Zudem bedeutet diese Vorgehensweise auf lange Sicht finanzielle Einsparungen, die man alternativ auch als Spende in anderen Bereichen investieren könnte.