Airportcity


Airportcity – am ökologischen und ökonomischen Bedarf vorbei

 Im März wurde im Fachausschuss in der Stadthalle, direkt vor der Ratssitzung, über die Pläne zu Airport City 2 diskutiert.

Hier geht es nicht um eine Investition in die Zukunft, sondern um eine aus der Vergangenheit. Sie zeigt Ignoranz gegenüber gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen und einen Mangel Respekt gegenüber den alarmierenden Fakten zum Klimawandel: Die Vernichtung dieser waldähnlichen Struktur wäre fahrlässig, auch wenn das Waldstück nun statt auf 25 Metern auf 40 Metern Breite (von insgesamt wie vielen Metern?) erhalten bleiben soll. Wie viele Meter und Stückzahl Bäume werden dann noch gefällt? Keine genauen Zahlen dazu! Für sie gäbe es auf lange Sicht keinen Ersatz dieser über Jahrzehnte gewachsenen Natur, auch wenn in der Nähe des Wasserwerkwerkes in Wittlaer nachgepflanzt würde. Zeitgleich titelte die RP “Düsseldorf investiert Millionen in neue Bäume”, und damit wird Zerstörung auf der anderen Seite wieder gut gemacht? Vor dem so wichtigen ökologischen Hintergrund, drängen sich auch ökonomische Fragen auf. Man möchte Einsicht in ein wirtschaftliches Gutachten, das solch ein Bauvorhaben überhaupt rechtfertigen würde. Hotels und Bürogebäude gibt es in Düsseldorf mehr als im Überfluss, schon vor zwei Jahren klagte die Dehoga während einer Veranstaltung zum Open Air Gelände am Messeparkplatz über signifikant viel Leerstand in Hotels. Da gab es noch lange nicht die mittlerweile entstandenen Neubauten an der Moskauer Straße, am Hauptbahnhof etc.Und es gab noch kein Corona! Momentan sollten die weiteren Planungen allein schon deswegen eingefroren werden. Nicht nur Baum- oder Naturschützer, unzählige Bürger:innen fragen sich wie (vor Corona) die Auslastung der bereits bestehenden Hotels am Flughafen war, weisen auf ein schon bestehendes Kongresshotel hin und darauf, dass derzeit viele Fluglinien in die Insolvenz gehen. Wie also wird sich der Flugbetrieb zukünftig gestalten und damit welchen Bedarf an Hotelbetten oder Büroimmobilien rechfertigen? Denn abzuwarten ist auch, wie viele Firmen auf Messen verzichten werden, um erhebliche Unkosten zu sparen, der Trend zum digitalen Austausch und Zoommeetings hat sich ohnehin schon verstärkt. Geschäftsleute, ob nun zu Messen oder auf Reisen übernachten sowieso lieber in der schönen Innenstadt und besuchen die dortige Gastronomie als in einer Retorte vor Ort zu verweilen.Die Erweiterungspläne sind anachronistisch in Bezug auf den Wandel zum Homeoffice und vor allem widersprechen sie den hohen Zielen, Düsseldorf zur Klimahauptstadt zu machen, Artenvielfalt zu fördern etc. Und wir wissen alle, dass gewachsene Natur und Großbäume als Klimagaranten höchste Priorität haben. Es ist schade, dass bisher lediglich die FDP in dieser Richtung klar Position bezieht sowie Linke, Tierschutzpartei etc. Vor dem Hintergrund dieser ohnehin schon mangelnden Auslastung von Hotels und Bürohäusern würde das Ganze zu einem reinen Investorenmodell werden, für das weiteren Flächen versiegelt und Natur zerstört würde – am ökologischen und ökonomischen Bedarf vorbei. Bleibt zu hoffen, dass am Donnerstag dieser Woche, wenn um 13.30 Uhr im Fachausschuss in der Stadthalle, direkt vor der Ratssitzung darüber diskutiert wird, all diese Aspekte ernsthaft mit einfließen!

Die Baumschutzgruppe Düsseldorf und die Klimaliste machen den 25. April 2021, den Tag des Baumes, zum Tag der Bäume und rufen unter dem Motto:

                                  Bäumen haben Rechte!

zu einer Demo gegen das Projekt Airport City West auf, für dessen Umsetzung gleich ein ganzes Wäldchen fallen würde.

Das wäre keine Investition in die Zukunft, sondern eine aus längst vergangenen Zeiten und am ökologischen und ökonomischen Bedarf vorbei. Alte Pläne müssen neu gedacht werden.

Die Vernichtung einer waldähnlichen Struktur für noch mehr Hotels und Bürogebäude (die es in Düsseldorf mehr als im Überfluss und etliche davon im Leerstand gibt), wäre fahrlässig, zudem mit einer fraglichen Wirtschaftlichkeit aktuell in und nach Corona-Zeiten.

Wir fordern, dass gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen angesichts des Klimanotstandes endlich ernst genommen und die Planungen zumindest auf Eis gelegt werden. 

Dabei werden wir bereits existierende Gesetze zum Naturschutz, die endlich beachtet und auch umgesetzt werden müssen, anschaulich dokumentieren. 

Natur braucht Rechtsstatus

Nicht nur abstrakte Gebilde wie Wirtschaftsunternehmen sollten “Persönlichkeitsrechte ” »juristischen Personen« vergleichbar genießen, sondern auch die Natur. Wir brauchen Gesellschafts- und Rechtssysteme, in denen der Natur Eigenrechte zukommen.  Natürliche Organismen sollten als vor Gericht klagebefugte Träger unveräußerbarer, subjektiver Rechte anerkannt werden. Bereits1972 schaffte der Jurist Christopher Stone die Grundlage zum Umweltrecht.

Treffpunkt um 14 Uhr AQUA ZOO KAISERSWERTHER STRASSE, von wo aus unsere Corona gerechte Fahrrad Demo zum Airportcity West startet.

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