Aktuelles/Termine


 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Geisel,
                                                                     unter der Hitze und Trockenheit leiden nicht nur viele Menschen und Tiere, sondern auch diejeneigen, die unseren Straßenraum kühlen, wohltuenden Schatten spenden und einen so wichtigen Beitrag für ein besseres Klima leisten – die Bäume!
Nun steht die dringende Frage im Raum, wie wir einen Wassermangel schnellstmöglich ausgleichen können, damit nicht wieder etliche Exemplare, wie schon im vergangenen Jahr, der Hitze zum Opfer fallen.
Alle wissen, dass schnell und koordiniert während der bevorstehenden trockenen Sommermonate gehandelt werden muss.
Es gibt zwar freiwillige Bürger- oder Anwohner*innen, die bereits konsequent die Bäume vor ihrer Haustür gießen. Allerdings ist das auf das Stadtgebiet bezogen „ein Tropfen auf die heiße Baumscheibe“.
Der Baumschutzgruppe geht es insbesondere um die großen Bestandsbäume, die im Straßenraum in erheblichem Maße unter der anhaltenden Trockenheit leiden und wendet sich an Sie mit dem Vorschlag und der Bitte, zum Beispiel das Personal, das zur Zeit zum Mähen der Blütenpflanzen eingesetzt wird, stattdessen flächendeckend für die Wasserversorgung dieser Bäume heranzuziehen. Jungbäume hingegen werden ja in den ersten beiden Jahren noch regelmäßig von den Pflanzfirmen gegossen.
Wir hoffen, wie viele Düsseldorfer*innen auch, dass dieser baumerhaltende Vorschlag zeitnah umgesetzt wird.
Mit freundlichen Grüßen,
Andrea Vogelgesang
im Namen der Baumschutzgruppe Düsseldorf

 

 

 

 

 

 

An die Umweltministerin Svenja Schulze schreibt die Baumschutzgruppe Düsseldorf einen Brief  bzgl. des Entwurfs zu einem Masterplan Stadtnatur.
Darin weist sie auf die unbedingte und explizite Aufnahme des (noch fehlenden) Punktes „Schutz und Erhalt alter und großer Bäume“ hin. Dass diese gerade
in Zeiten immer heißerer Sommer und bedenklicherer Luftwerte eine zentrale Rolle im Stadtklima spielen, ist hinlänglich bekannt und muss einen veränderten
Umgang in mehrfacher Hinsicht nach sich ziehen.

 

 

Masterplan Stadtnatur  

 

Sehr geehrte Frau Umweltministerin Schulze,

als Baumschutzgruppe setzen wir uns in Düsseldorf seit nunmehr 15 Jahren für den Schutz und Erhalt (insbesondere alter) Bäume ein.

http://baumschutzgruppe-duesseldorf.de/

Sie sind in Jahrzehnten gewachsene ökologische Werte, die Aufenthalts-, Wohn- und Lebensqualität in den Städten nicht nur steigern, sondern gelten auch als eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit und das psychische Wohlbefinden der Stadtmenschen .

Als wir von dem Entwurf des Maßnahmeprogramms für eine lebendige Stadt der Bundesregierung erfuhren, waren wir zunächst sehr erfreut, dass hierdurch der Schutz der Natur in der Stadt mehr Gewicht bekommen soll. Genau das ist im Zuge der vielen Veränderungen in den urbanen Räumen und insbesondere durch den Druck des notwendigen Wohnungsbaus mehr als nötig.

Baumerhalt im Masterplan

Leider findet sich auch in dem dafür vorgesehenen Förderschwerpunkt  kein Hinweis auf den Erhalt alter und großer  Bäume.
Wir sehen hier die Notwendigkeit, dies als expliziten Punkt im Masterplan aufzunehmen.

Sie erwähnen die große Herausforderung der Kommunen, einerseits eine dichte und flächeneffiziente Bebauung im Innenbereich und gleichzeitig eine angemessene Versorgung mit privaten und öffentlichen grünen Freiräumen für die Bürger*innen zu erreichen. Dabei wollen Sie diesen Planungsansatz insofern unterstützen, dass bei der Bauleitplanung  die im Baugesetzbuch zu berücksichtigenden vorgegebenen Belange um den Aspekt einer ausreichenden Grünflächenversorgung erweitert werden.

In dieser Hinsicht fordern wir auch, mehr Baumschutz bei Bauprojekten und den bisher geltenden Grundsatz „Baurecht vor Baumrecht“ dahingehend zu ändern, dass Baumbestand  zwingend als Wert einer humanen Planung einbezogen wird. Unsere Erfahrung in Düsseldorf zeigt leider, dass Architektur nur auf von Bäumen

 

 

freigeräumten Flächen stattfindet oder den Planern Bäume immer nur im Wege stehen. Immer wieder weichen deshalb bei Planungen alte, für das Stadtklima so wertvolle Bäume, ohne eine angemessene Berücksichtigung ihres Beitrages für das Stadtklima und die Menschen, der auf Jahrzehnte nicht durch Nachpflanzungen junger Bäume ersetzt werden kann.

Unter anderem sprechen Sie von Naturerfahrungsräumen für Kinder und Jugendliche  und der Wichtigkeit, in ihrem direkten Umfeld Natur vorzufinden. Dazu gehören maßgeblich auch Bäume und zwar nicht nur kleine, sondern auch große alte Exemplare. Zur Stadtnatur zählen nicht nur Grünflächen und Parks, sondern auch der Straßenraum mit seinem Baumbestand, den Menschen nicht erst aufsuchen müssen, sondern auf ihren täglichen Wegen automatisch nutzen.

In Düsseldorf  gibt es zur Verbesserung der Baumsituation bereits ein 1000-Bäume- Programm, in dessen Rahmen Bäume, nicht als Ersatz nach Fällungen, sondern in Stadtgebieten mit zu wenig Grün an neuen Standorten gepflanzt werden.

Dies ist ebenfalls ein guter Baustein zur Verbesserung des Klimas, darüber hinaus ist es aber von größter Wichtigkeit,  mit dem vorhandenen, alten Baumbestand in der Stadt behutsam umzugehen und diesen zu pflegen und erhalten.

Die Feststellung im „Masterplan Stadtnatur“, dass eine urbane, grüne Infrastruktur unverzichtbar für eine nachhaltige Stadtentwicklung sei, wird von uns vollumfänglich unterstützt. Dazu gehören aber große alte Bäume ebenso selbstverständlich wie Parkanlagen oder Gewässer.

Daher ist es wichtig, diese im Masterplan als besonderen Punkt explizit zu berücksichtigen und ihren notwendigen Schutz zu betonen.

 

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Uli Schürfeld

Andrea Vogelgesang

 

Im Namen der Baumschutzgruppe Düsseldorf

 

 

 

 

 

1000 Stimmen für Blütenpflanzen

Im Rahmen der Veranstaltung zum globalen Klimastreik von Fridays for Future am 24.5.2019 kommentierten und überreichten Uli Schürfeld und Andrea Vogelgesang von der Baumschutzgruppe Düsseldorf die Ergebnisse der Unterschriftenlisten zu der für das lokale Klima so wichtigen Aktion Blütenpflanzen wachsen lassen!

Sie beinhaltet die Forderung an die Umweltdezernentin Helga Stulgies, die von der Landeshauptstadt Düsseldorf im Jahr 2018 erstmals beauftragte Mähaktion an die AWISTA unter dem Motto „Sauberes Düsseldorf“ in diesem Jahr im Stadtgebiet auf keinen Fall zu wiederholen!

„Heimische Blütenpflanzen sind wichtige Insektennahrung, sie tragen zum Erhalt der Artenvielfalt bei und sind insbesondere für Tag- und Nachtfalter von besonderer Wichtigkeit. Der Erhalt eines lebenswerten Stadtraums ist dringlicher als einem Sauberkeitsbegriff aus den Jahren der Beton- und Asphaltkultur zu folgen“, äußert Uli Schürfeld. Und Andrea Vogelgesang fügt hinzu: „Blütenpflanzen und Bäume sind nicht nur reine Deko am Straßenrand und keine Frage des Geschmacks, sondern unerlässliche Teile des lokalen und letztendlich auch globalen Ökosystems.“

Zudem sollten nicht mehr von Anwohnern ausgesäte und gepflegte Glockenblumen, Stockrosen oder Königskerzen einfach weggemäht werden, denn auch das ist aus ökologischer Sicht nicht nachvollziehbar.

Unsere Ökosysteme sind stärker gefährdet als jemals zuvor. Und es ist nichts Neues, dass mit gravierenden Folgen für Menschen weltweit zu rechnen ist. Robert Watson, Hauptautor der Studie und Vorsitzender des Weltbiodiversitätsrates, weist darauf hin, dass es noch nicht zu spät zum Handeln sei, „aber nur, wenn wir sofort auf allen lokalen bis globalen Ebenen damit beginnen.“

Setzen wir auch in Düsseldorf ein Zeichen, etwas für die Biodiversität und den Insektenerhalt zu tun und nicht nur darüber zu reden.
Nehmen wir uns ein Beispiel an Wiesbaden, der hessische Landeshauptstadt. Dort haben die Verantwortlichen in der Politik und der Verwaltung beschlossen zehn Prozent der städtischen Grünflächen zu einem Lebensraum für Insekten umzuwandeln. Saatgut mit regionaltypischen Wiesenpflanzen wird zu einer bunten Blumenwiese und zwar auf Grünflächen mitten in der Stadt. Große Rasenflächen werden einfach stehen gelassen, sodass die Gräser hochwachsen und Wildkräuter und -blumen Insekten wieder einen Lebensraum bieten.

Warum wird so eine Initiative in der Landeshauptstadt von NRW, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, nicht umgesetzt? Wir denken, dass es möglich ist und die Stadtgesellschaft auch ein Beispiel geben kann für alle anderen, die Kleingärten, Parkplätze oder Vorgärten haben.

„Frau Stulgies, lassen Sie die Blütenpflanzen wachsen und ändern Sie die Pflege der städtischen Gärten, Parks und Bürgersteige. – Lassen Sie die Pflanzen wachsen, nur dann können sie etwas für den Erhalt unserer Insekten leisten“, fasst Uli Schürfeld die Forderung nochmal zusammen.

Fotos: Bodo Schmitz, www.mutbuergerdokus.de

 

 

Die üppige Blumenwiese ist auf dem O-Goetzen Weg und nur ein paar hundert Meter weiter war schon der Rasenmäher zugange. Warum reden wir überhaupt übers Klima, Artenvielfalt und Insektenerhalt, wenn das so gehandhabt wird?

 

Unser nächstes Treffen findet am 19. Juni 2019 um 18 Uhr im Café Drrüsch auf der Langerstr. 2 statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen!

So kommt man hin:

  • mit der Linie 709 bis Haltestelle Wetterstraße – durch die Unterführung zur Langerstraße
  • oder mit dem 738 Bus bis Haltestelle Langerstraße – Fußweg ca. 4 Minuten.
  • oder bis zur Haltestelle S-Bahnhof Flingern mit der S-Bahn und der 706

 

Wir fordern  vom Umweltdezernat der Landeshaupstadt Düsseldorf, die im Jahr 2018 beauftragte Mähaktion an die AWISTA unter dem Motto „Sauberes Düsseldorf“ in diesem Jahr im Stadtgebiet auf keinen Fall zu wiederholen!

Heimische Blütenpflanzen sind wichtige Insektennahrung, sie tragen zum Erhalt der Artenvielfalt bei und sind insbesondere für Tag- und Nachtfalter von besonderer Wichtigkeit. Der Erhalt eines lebenswerten Stadtraums ist dringlicher als einem Sauberkeitsbegriff aus den Jahren der Beton- und Asphaltkultur zu folgen.

Zudem sollen nicht mehr von Anwohnern ausgesäte und gepflegte Glockenblumen, Stockrosen oder Königskerzen einfach weggemäht werden, denn auch das ist aus ökologischer Sicht nicht nachvollziehbar.
Wir fordern, dass sich diese Aktion 2019 nicht wiederholt. Daher unser Aufruf: Wachsen lassen!

https://www.openpetition.de/petition/online/artenschutz-und-biodiversitaet-bluetenpflanzen-wachsen-lassen

 

 

Konrad Adenauer Platz vor dem Hauptbahnhof

April 2019

 

 

Die 28 Platanen auf dem Konrad Adenauer Platz vor dem Hauptbahnhof müssen bei der Umgestaltung erhalten bleiben

 

Oberbürgermeister Thomas Geisel äußerte in Bezugnahme auf die Neuordnung des Konrad Adenauer Platzes, dass es notwendig sei, dort „aufzuräumen“.  Demnach sieht auch der Siegerentwurf für die Neugestaltung des Platzes die Rodung aller vorhandenen Platanen vor, die im Anschluss mit der Pflanzung von Bäumchen, nämlich der japanischen Kirsche, ersetzt werden sollen.

Schon lange bevor erste Planungen öffentlich wurden, wies die Baumschutzgruppe (bereits 2013 auf der EKISO Veranstaltung im Central) darauf hin, dass der Erhalt des Baumbestandes im Fokus stehen müsse und es keinen Grund gebe, den Platz leerzuräumen. Einen Ersatz sollen dann japanische Kirschen schaffen, wozu selbst Beuys Schülerin Tita Giese äußert, dass dies exotische Bäume seien. Sie haben nichts mit heimischen Gehölzen zu tun und als Arten mit doppelter oder gefüllter Blüte, produzieren sie weder Nektar noch Pollen. Und das in einer Stadt wie Düsseldorf, die für Artenvielfalt wirbt.

Zudem darf eine bauliche Umgestaltung keineswegs zum Nachteil des vorhandenen Grüns und ohne Berücksichtigung der bekannten Fakten zum Stadtklima realisiert werden.

Ganz im Gegenteil:  beim derzeitigen Stand der der Pläne zum Konrad Adenauer Platz bleibt auch der Anspruch der NutzerInnen und BürgerInnen auf Aufenthaltsqualität unberücksichtigt, der momentan durch die vorhandenen großen Platanen – einerseits durch deren Optik als auch den kühlenden Schatten und ihren positiven Auswirkungen auf die Luftwerte in diesem Stadtteil – gegeben ist und niemals durch kleinwüchsige nachgepflanzte Bäumchen zu erreichen wäre.

Diesbezügliche Erwägungen sind nicht eine Frage des architektonischen oder gestalterischen Geschmacks, sondern stehen übergeordnet für einen Anspruch zeitgemäßer Klimapolitik, der von Seiten der Verantwortlichen unbedingt einzubeziehen ist, gerade im Hinblick auf das Stadtklima und natürlich auf Besucher oder Anwohner dieses zentralen Ortes.

Die Ansammlung fremder Pflanzenarten zum Beispiel  bei Tita Gieses Kunstprojekten wie auf dem Ernst Reuter – oder dem Stresemann Platz zeigen deutlich, dass dort der bedenklichen Situation der Insekten in unserer (städtischen) Umwelt gar nicht Rechnung getragen wird. Denn diese haben gar nichts von den gepflanzten Bambus- und Gräserarten. Und auch den Stadtbewohner*Innen geben diese Fremden aus ökologischer Sicht kaum etwas, da sie die Wassermenge an Verdunstung großer Bäume lange nicht erreichen, geschweige denn ersetzen können.

 

 

 

 

 

 

Am Freitag, den 15. MÄRZ fand das

Hier nochmal zusammengefasst die zentralen Eingaben der Baumschutzgruppe Düsseldorf:
Alle, die 60 zur Rede stehenden Bäume und die bereits 60 verpflanzten, sind für das kleinräumige und das angrenzende Stadtquartier wichtig, um ein erträgliches Klima, insbesondere in heißen Sommermonaten wie im letzten Jahr, zu erhalten.

Wichtig ist der Blick auf den B-Plan – Denn der für die Schaffung der Parkplatzfläche (nach dem vorliegenden B-Plan ein Sondergebiet für die Nutzung „Parken“ ) erforderliche Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet des Lohausener Rheinbogens als Kulturlandschaft und Naherholungsgebiet machte die Anpflanzung von 900 großkronigen Bäumen zu einem verbindlichen Teil des landschaftspflegerischen Begleitplans, um die unvermeidbaren Folgen auszugleichen

Fällungen sind so aus baurechtlichen Gründen also nach wie vor nicht möglich.

Ersatzbäume woanders wären Ersatz des Ersatzes und nicht rechtmäßig.

Und Bäume ließen sich nicht in Stückzahl ersetzten, denn die Phytomasse zählt.

3. 1000 Bäumeprogramm schon in KOOPvereinbarungen nach Ela erwähnt, können jetzt nicht als Ausgleich genannt werden. Ganz ursprünglich galt es dafür, mehr grün für Stadtteile mit zu wenig Bäumen zu schaffen oder in belasteten Stadtteilen: nicht also als Ersatz für gefällte Bäume, sondern zusätzlich an neuen Standorten.

Zur Zeit von Ed Sheeran wurde über die Finanzierungen gesprochen, das hat aber nichts mit dem Openair Park zu tun.

4. Artenschutzgutachten

Der P1 und der Messeparplatz sind von der Natur angenommen worden. Das sieht man daran, dass sich Greifvögel wie Bussarde, Habichte und Steinkäuze angesiedelt und ihre Nester dort gebaut haben. Die Frage ist, welchen Einfluss eine Openairfläche auf die Flora und Fauna dort hätte. Dem Standort würden als Brut-und Lebensraum der Tiere enge Grenzen gesetzt werden. Um Störungen der Jungvögel dieser streng geschützten Arten zukünftig sicher auszuschließen, könne aus Sicht des BUND nur eine Nutzung des Open Air-Geländes in den Monaten August bis Februar genehmigt werden.

 

       

 

PM der Baumschutzgruppe zu dem

Ampelantrag für eine Eventfläche auf dem Messeparkplatz P1

Endlich ein ergebnisoffenes Bauleitplanverfahren möglich

Die Baumschutzgruppe Düsseldorf begrüßt es ausdrücklich, dass nun ein gesetzeskonformes Bauleitplanverfahren für die Umwandlung des Messeparkplatzes P1 zu einer Eventfläche eingeleitet werden soll. Nur mit einem solchen Verfahren, mit einer entsprechenden Bürgerbeteiligung und begleitenden Gutachten, lässt sich feststellen, ob dieses Vorhaben überhaupt  an dieser Stelle der Stadt möglich ist.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir den, dem Ampelantrag beigelegten Plänen und Computerdarstellungen, einer Eventfläche zustimmen.

 

Weitergehende Bürgerbeteiligung geplant

Dass über eine gesetzlich vorgegebene Bürgerbeteiligung weitere Veranstaltungen und Anhörungen durchgeführt werden sollen, ist zu begrüßen. Dabei sollte besonders die von den Lärmwirkungen betroffene  Bevölkerung beiderseits des Rheins im Fokus stehen.

Die Anhörungen werden wir selbstverständlich begleiten und unsere Sicht auf das Vorhaben darstellen.

 

Vorliegende Unterlagen zu Ed Sheeran Planung unzureichend

Zunächst ist festzustellen, dass die für die Befreiung des geltenden Bebauungsplans (folgend Ed Sheeran Planungen genannt) eingereichten Unterlagen der Verwaltung unzureichend sind oder sogar nicht den gesetzlichen und juristischen Anforderungen entsprechen würden, um einer möglichen Klage vor Gericht standzuhalten.

Daher sind für das anstehende Bauleitplanverfahren alle Gutachten in einer besseren und aussagekräftigeren Art und Weise neu vorzulegen.

Dies insbesondere zu den Rechtsgebieten des Naturschutzes, Gewässerschutzes und des Klima- und Bevölkerungsschutzes.

Nach unserem Kenntnisstand muss ein ökologisches Gutachten vier, zumindest aber die Jahreszeiten umfassen, in denen Veranstaltungen (Konzerte oder Festivals) stattfinden.
Zum Zeitpunkt der Ed Sheeran Planung konnte nur eine Jahreszeit, das Frühjahr, berücksichtigt werden.

Aus dem Bericht zum ökologischen Begleitverfahren für die Ed Sheeran Planung wurde lediglich ersichtlich, wie auf dem P1 Parkplatz brütende Vögel und sicher vorkommende Fledermäuse vertrieben wurden, was wiederum gegen geltende Bestimmungen des Artenschutzes verstieß.

Erst durch einen Hinweis aus Fachkreisen wurde auf die Nester von geschützten Greifvögeln im Umfeld des P1  in dem Bericht zum ökologischen Begleitverfahren hingewiesen.

Eindrücklich sind der Bevölkerung noch die Bilder der eingehüllten Bepflanzung auf dem P1 in Erinnerung. Diese Kunststoffbahnen sollten das Nisten verhindern.

 

Nach Aussage des BUND ist eine Veranstaltung auf dem P1 nur nach dem 1. August möglich, da eine frühere Konzertveranstaltung die dort und im direkten Umfeld brütenden Greifvögel stören würde. BUND-Kreisgruppensprecher Michael Süßer verweist auf ein rechtlich zwingend notwendiges Artenschutzgutachten. Diese Tatsache müssen Veranstalter  als eine wichtige Bedingung grundsätzlich auch in Zukunft akzeptieren.

Wirtschaftlichkeit

Im Rahmen solch einer zeitlichen Eingrenzung stellt sich die Frage, wie viele Konzerte dort im Jahr überhaupt stattfinden könnten und sich rentieren würden.

Daher ist eine gutachterliche Wirtschaftlichkeitsberechnung vorzulegen, ob der für eine solche Fläche notwendige Aufwand sich auch nur mit einer Veranstaltung im Jahr rentabel darstellen ließe.

Wir verweisen hierbei ausdrücklich auch auf die Einschätzung des Umweltamtes, dass es aufgrund der immissionschutzrechtlichen Vorgaben nur eine Veranstaltung in einer Art wie das Ed Sheeran Konzert, in einem Kalenderjahr geben könnte, um die direkten Nachbarn der Eventfläche nur im gesetzlich vorgegebenen Maße zu belasten.

Baumfällungen rechtswidrig und nicht notwendig

Für die Baumschutzgruppe bleibt es inakzeptabel, Bäume auf dem P1 zu fällen. Alle, auch die bereits 60 verpflanzten, sind für das kleinräumige und das angrenzende Stadtquartier wichtig, um ein erträgliches Klima, insbesondere in heißen Sommermonaten wie in diesem Jahr, zu erhalten.

Über den Naturschutz hinaus  sind Fällungen aus baurechtlichen Gründen nach wie vor nicht möglich, denn bei dem Parkplatz handelt es sich um eine als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesene Fläche. In deren B-Plan steht als verbindlicher Teil, dass insgesamt 900 großkronige Bäume angepflanzt wurden, um die unvermeidbaren Eingriffe in den Lohausener Rheinbogen als Kulturlandschaft und Naherholungsgebiet auszugleichen. Dazu gehören die nun in Rede stehenden Bäume. Dass diese überhaupt gefällt werden könnten, dürfte aus diesen Gründen unrechtmäßig sein.

Wasserschutzgebiet

Auch die mögliche Beeinträchtigung des Grundwassers aufgrund der Lage des P1 in der Wasserschutzzone III a des Wasserwerks „Am Staad“ der Stadtwerke Düsseldorf, muss noch abschließend bewertet werden.

 

Aus unserer Sicht würde ein mit Diesel betriebener Stromgenerator zur Abdeckung des hohen Strombedarfs (wie für das Konzert von Ed Sheeran geplant gewesen war), gegen die Klimaschutzziele der Stadt Düsseldorf sprechen. So wie die Stromgeneratoren auf den Schiffen mit Landstrom für in Düsseldorf anlegende Schiffe zu ersetzen sind, würde dies auch für ein großes Konzert wie „Rock in Rio“ gelten müssen.

Der Strombedarf müsste also mit einem Anschluss an das öffentliche Stromnetz abgedeckt werden, was gleichzeitig auch der Reduzierung von Umweltrisiken führen würde. Der Stromanschluss an das Stromnetz (eine Steckdose für das Eventgelände) würde aber auch eine Lösung darstellen möglichen Folgen im Falle eines Brandes (PFT-Haltige Schäume) oder eines möglichen Auslaufs von gelagertem Diesel in der Wasserschutzzone erst gar nicht aufkommen zu lassen.

 

 

Wer denkt an Konzertbesucher

Zudem sollte darauf hingewiesen werden, dass der Flugverkehr den Genuss und Spaß eines Konzertbesuches auf dem P1 sehr mindern würde. Auch wenn von Akustikern behauptet wird, der Lärm ließe sich durch entsprechend leistungsfähige Lautsprecher beherrschen, so bleibt die optische Wirkung der landenden Flugzeuge direkt über dem P1. Jeder  wird den Kopf einziehen oder zum landenden Flugzeug hochschauen und von dem Geschehen auf der entfernten Bühne abgelenkt.

Es besteht somit auch immer noch die Frage, wie sich der P1 in Anbetracht des Fluglärms überhaupt als Openairfläche eignen würde.

 

 

Zusammenfassung

Unsere aufgeführten Punkte als Bedingung für eine Genehmigung einer Eventfläche auf dem P1 erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Wie schon bei den Ed Sheeran Planungen werden sich bei genauerer Betrachtung auch in anderen Prüfbereichen Kritikpunkte ergeben, die die Umsetzung der Planungen in Frage stellen und zwar nicht nur aus Sicht von Umwelt- und Naturschutzfachleuten.

Baumschutzgruppe Düsseldorf

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Entscheidung gegen die Genehmigung der einmaligen Befreiung des Messeparkplatz P1 im Jahr 2018 zeigt, dass Baumerhalt in Düsseldorf einen hohen Stellenwert hat, dass man die bedenklichen Luftwerten ernst nimmt und nicht bereit ist für den Zweistundenauftritt einen Megastars in Jahrzehnten gewachsene Bäume zu opfern, die wiederum auf Jahrzehnte nicht ersetzbar gewesen wären. Das ist ein tatsächlicher Imagegewinn und zeigt, dass Baum- und Naturschutz mehr Raum gegeben wird, als sich den Vorgaben eines Veranstalters zu beugenDass nun zusätzlich die Variante, die wir der Stadtspitze seit März immer wieder vorgeschlagen haben, (in Gelsenkirchen) doch umsetzbar ist, erstaunt doch sehr.

Mitte Mai auf unserer ersten Aktion „Den Bäumen eine Stimme geben“ haben wir diese Möglichkeit auf plakative Weise kundgetan. Jochen Wirtz, der sich an dem Tag der Diskussion stellte, hat sie daraufhin als absolut unrealisierbar abgetan. Michael Brill von der DCSE schrieb in seiner Antwort auf unseren offenen Brief dazu: „Die ESPRIT arena stellt aus zahlreichen Gründen keinen alternativen Veranstaltungsort für das Ed Sheeran-Konzert dar, beispielsweise liegt die Maximalkapazität bei einem Konzert mit einer Kopfbühne bei bis zu 52.500 Personen. Es handelt sich bei dieser Veranstaltung um eine Verlegung des geplanten Konzertes an den Standort Düsseldorf. Die Konfiguration der Veranstaltung kann nicht verändert werden. Zudem ist ein Split auf mehrere Abende wegen des eng getakteten Tourkalenders nicht möglich.“ Auch Oberbürgermeister Thomas Geisel schloss diese Möglichkeit, die wir ihm bereits am 22. März in einem Offenen Brief vorschlugen, kategorisch aus.

Dabei wäre dies genau die von ihm nun so gepriesene Möglichkeit gewesen, zu zeigen, dass Ökologie und Großevents in Düsseldorf Hand in Hand gehen können. Echt schade!!

 

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© www.mutbuergerdokus.de: 'Den Bäumen eine Stimme geben' 

 

       

 

 

 

 

 

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