Aktuelles/Termine


 

Einladung zum Einläuten der Adventszeit am Brehmplatz

Nadelbäume zu schmücken und mit Lichtern zu versehen, ist seit jeher ein unumstößlicher Bestanteil der Weihnachtszeit. Seit fünf Jahren läuten wir in dieser Tradition im Zoopark die Adventszeit mit einem „Lebenden Weihnachtsbaum“ ein, der nicht nur bis zu den Festtagen, sondern über das ganze Jahr verwurzelt stehen bleibt.

Diese nachhaltige Weise verhindert, dass er auf dem Müll landet.

   

Diese schöne Eibe am Eingang des Zooparks wird erstmals zu einem  
„Lebenden Weihnachtsbaum“.

Mit Unterstützung der Schüler*innen der vierten Klassen der Umwelt AG der Paulusschule werden wir am
25. November um 16 Uhr
die Eibe am Eingang des Zooparks

mit selbstgemachten Basteleien dekorieren, so wie zuvor die große Zeder im Park. Geschmückt und mit einer Lichterkette versehen wird sie Passanten und AnwohnerInnen eine stimmungsvolle Weihnachtszeit bescheren.
Alle sind herzlich eingeladen, gemeinsam mit den Kindern und der Baumschutzgruppe am Donnerstag den Baum zu schmücken.

Wir wünschen allen eine schöne Adventszeit

 

Alle Platanen am Konrad Adenauer Platz müssen bleiben
 
       
 
Die BürgerInnenbeteiligung Bebauungsplanverfahren
KONRADADENAUERPLATZ vor dem Hauptbahnhof –

Frühzeitiges Beteiligungsvefahren gemäß § 3 (1) Baugesetzbuch
zu der Neugestaltung des Konrad Adenauer Platzes hat am 24.9.2021 geendet.
Viele Menschen haben sich mit dezidierten Kommentaren beteiligt.
Hier die ausführliche Stellungnahme der Baumschutzgruppe mit Fotomaterialal pdf zu den vorgelegten Plänen, nach denen alle vorhandenen Bäume weichen sollen. Und das in Düsseldorf, das Klimahauptstadt werden möchte – so bestimmt nicht.
 
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Baumschutzgruppe Düsseldorf im September 2021
 
 
 
 

“Buche wird zum Natur-Kunst-Werk” Grabmal – Denkmal – Mahnmal  

Ausrufezeichen! 

 

Die Septembersonne war gnädig, fast schon ein bisschen zu heiß, als die Teilnehmer der Aktion “Buche wird zum Natur-Kunst-Werk” am 12.9.2021  im Ostpark um den hochragenden, kronenlosen Stamm der Buche im Ostpark an der Sulzbachstraße Mengen an Treibholz zusammentrugen.In einem äußeren Rand in einem Abstand von zwei Metern wurde es zu sogenannten “Leonardo-Brücken”, in der Innenfläche sternförmig zum Stamm des Baumes ausgelegt. So wurde mit dem Treibgut an das Hochwasser  im Sommer erinnert, das bei Tief Bernd an die Düsseldorfer Ufer des Rheines angespült worden war und ganz in der Nähe hier die nördliche Düssel die Ostparksiedlung nach Starkregen überschwemmt hatte. Ein Ereignis wie nie zuvor. Die abgängige Blutbuche gibt Zeugnis von Sturm Ela, bei dem sie einen Riesenast und nun nach Jahren auch ihre Standsicherheit verlor. Die Baumschutzgruppe setzt sich für den Erhalt lebender Bäume ein, hier aber lenkt sie auf die Folgen der aus dem Takt geratenen Rhythmen der Jahreszeiten, die nun bis in unsere Breitengrade mit außergewöhnlichen Stürmen und Starkregen mit Überschwemmungen deutlich spürbar sind.

Der Natur nämlich wird keine Zeit mehr zur Regeneration gegeben,  sodass die Erdatmosphäre und das Klima stark geschädigt sind, lokal und global.Um der abgängigen Buche, mit ihren wichtigen Aufgaben für das Ökosystem die Würde zu geben, weiterhin aufrecht sterben zu können, ist sie nun von einem Wall umgeben. Er wird sie solange schützen, wie dieses Denk- und Mahnmal respektiert wird. Die Idee, zu einer Kunstaktion  steht im Kontext mit dem Beuys Jahr 2021. Der Künstler prägte die Sicht einer gesellschaftsverändernden Kunst über einen ästhetischen Anspruch hinaus, indem er postulierte: “Jeder Mensch ist ein Künslter”, und damit daran beteiligt sei, sozial und kreativ jederzeit mit auf politische und wirtschaftliche Prozesse Einfluss zu nehmen bzw. sie mit zu gestalten. Während der Aktion verlas Uli Schürfeld ein Statement, in dem er dringlich auf einen anderen Umgang mit der Natur hinwies und dabei unter anderem die Forderung bekräftigte, in der Brut- und Schonzeit keine Bäume mehr zu fällen, so wie es das Gesetzt auch vorsieht. In diesem Sinne schloss Uli Schürfeld:
Kunst ist, was in den Köpfen bleibt.
Das Materielle, der Stoff, aus dem die Kunst oder auch diese Skulptur gemacht ist, ist vergänglich, aber der Gedanke dahinter bleibt.Denn die Kunst erinnert uns daran, was nötig ist zu tun: wie zu entscheiden und wie zu handeln ist, jetzt und in Zukunft. ”

Eine kleine ansprechende Veranstaltung, die auch viele Spaziergänger anzog und zu interessanten Gesprächen und Zustimmung führte.

 

 

 
 
 
 

Bäume sind nicht Deko, sondern Öko!

                                       

In der Diskussion zur Rettung des Klimas geht es immer wieder vornehmlich um die Entwicklung der Erneuerbaren Energien, um Dächer  mit Dachbegrünung, Photovoltaik oder gar Brumisateure etc. Darüber hinaus wird viel zu wenig betont, dass Bäume unser Klimapartner Nr. 1 sind. Und das Beste: sie gibt es schon! Deshalb müssen sie konsequent gepflegt und erhalten werden. Bauvorhaben müssen dem Baumerhalt endlich gerecht werden.

Ein Baum!

Diese etwa 100 Jahre alte Buche sollten Sie sich etwa 20 m hoch und mit etwa 12m Kronendurchmesser vorstellen. Mit mehr als 600.000 Blättern verzehnfacht sie ihre 120 qm Grundfläche auf etwa 1.200 qm Blattfläche. Durch die Lufträume des Blattgewebes entsteht eine Gesamtoberfläche für den Gasaustausch von ca. 15.000 qm, das entspricht etwa zwei Fußballfeldern! 9.400 l = 18 kg Kohlendioxid verarbeitet dieser Baum an einem Sonnentag. Bei einem Gehalt von 0,03 %Kohlendioxid in der Luft müssen etwa 36.000 cbm Luftdurch diese Blätter strömen. In der Luft schwebende Bakterien, Pilzsporen, Staub und andere schädliche Stoffe werden dabei größtenteils ausgefiltert. Gleichzeitig wird die Luftangefeuchtet, denn etwa 400 l Wasser verbraucht und verdunstet der  Baum an dem selben Tag. Die 13 kg Sauerstoff, die dabei vom Baum durch die Fotosynthese als Abfallprodukt gebildet werden, decken den Bedarf von etwa 10 Menschen. Außerdem produziert der Baum an diesem Tag 12 kg Zucker, aus dem er alleseine organischen Stoffe aufbaut. Einen Teil speichert er als Stärke, aus einem anderen baut er sein neues Holz. Wenn nun der Baumgefällt wird, weil eine neue Straße gebaut wird, oder weil jemand sich beschwert hat, dass der Baum zu viel Schatten wirft oder gerade dort ein Geräteschuppen aufgestellt werden soll, so müsste man etwa 2.000 junge Bäume mit einem Kronenvolumen von jeweils1 cbm pflanzen, wollte man ihn vollwertig ersetzen. Die Kosten dafür dürften etwa 150.000,- € betragen

https://www.die-gruene-stadt.de/

 

 
 

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Baufahrzeuge vor Ort

Auf S. 52 der aktuellen KOOP Vereinbarungen ist folgendes zu lesen: “Hofgarten: Wir schützen und erhalten den Hofgarten.”

Leider wurde sich daran in der Vergangenheit nicht immer gehalten (Interimstraße Köbogen 1) und auch für die Zukunft sieht es ähnlich aus, (siehe Jacobigarten, eventuelle Planung des Fotoinstitutes oder der Oper) und nun auch hier an der Goltsteinstraße zur Einrichtung einer Interimstraße.
 
Hier ist die Stellungnahme der AG Hofgarten und der AGD zur Kanalbaustelle in der Goltsteinstraße mit einer Baustraße durch den Hofgarten nachzulesen.
 
 
                                           
 
Und dieser Baum darf nicht für eine Interimstraße, zu der es durchaus Alternativen gibt, fallen. Dann muss er eben umgesetzt werden. Von seiner Größe her ginge das.
 
                                  
 
 
 
 
 
 
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Jacobigarten mit Annexbauten und Herz´sches Haus – denkmalgeschützt, sanierungs-fähig und unbedingt erhaltenswert
 
Kultur und Natur – im Jacobigarten ein Ensemble, in dem sich ein Gartendenkmal mit altem herrlichen Baumbestand und den Ausstellungsräumen “Parkhaus” in den Annex-Bauten verbinden. Das erklärte Ziel der Vereinssatzung des Künstlervereins Malkasten lässt sich gleich in Paragraph 1 nachlesen, wo es heißt, diese, eine der ältesten Gartenanlagen Düsseldorfs in „Unversehrtheit“ zu erhalten, gar von einer „Unantastbarkeit des Gartens“ ist die Rede.
Vertreter von Kultur und Natur waren am Nachmittag des 26. Februar 2021 vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu machen. Katharina Fritsch, Cornelius Völker, André Niebur, Carl Friedrich Schröer und Uscha Urbainski als Vertreter:innen der Kunst, Uli Schürfeld und Andrea Vogelgesang von der Baumschutzgruppe Düsseldorf.
Grund: die vor kurzem erfolgte Fällung von mindestens drei großen Eiben und einer ca. 70 Jahre alten und gesunden Pyramideneiche, wovon im Vorfeld allerdings kaum einer gewusst hatte; offenbar gab es noch nicht einmal einen Vermerk im Protokoll dazu, wie der Gartenvogt angab.
Die Künstler beziehen schon seit zwei Jahren Stellung gegen eine Versiegelung und Veränderung der Fläche, die mit einem Eingriff in das Gartendenkmal Jacobigarten einher gehen würde. Die geplanten glatten, weißen Neubauten, die in Teilen so hoch werden sollen, dass sie mit 3 m Abstand zur Grenze gebaut werden müssten, würden mit der nötigen Feuerwehrzufahrt und der zu befestigenden Fläche für große Lieferfahrzeuge weit mehr in Anspruch nehmen, als nur die überbaute Fläche der neuen Gebäude.
(Eine Abstimmung per Handzeichen, als nur noch 52 Mitglieder von insgesamt ca. 300 Künstlern und 130 außerordentlichen Mitgliedern anwesend waren, sprach sich für den Neubau aus. Eine Mitgliederversammlung mit Gelegenheit zu Aussprache und Abstimmung fand nicht statt, dabei brachte aber eine diesbezügliche Petition mit 400 Unterschriften eine deutliche Aussage….)
Uli Schürfeld legt folgendes dar: “Hier vor Ort die Fällung alter Großbäume zu erwägen, widerspricht gegenwärtigem und zukunftsgewandtem Planen. Wir brauchen dringend Lösungen, welche die soziokulturellen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit zusammenbringen. Mit den aktuellen Herausforderungen im Blick gilt es im Jahr 2021 notwendige Bauvorhaben durch eine effiziente und für die Ästhetik des Ortes sensible Einbindung bereits vorhandener Strukturen und Ressourcen vorausschauend und sozial, so nachhaltig wie möglich zu gestalten.” Andrea Vogelgesang fügt hinzu: “In Düsseldorf – mit dem ehrenwerten Ziel, Klimahauptstadt zu werden – sollte der Erhalt vitaler Bäume, die wie im Jacobigarten in Jahrzehnten gewachsen und gehegt und gepflegt worden sind, kompromisslos gelten.”
Nun steht angesichts dieser geplanten Neubauten auch noch weiterer Baumbestand in Gefahr, wie man auch deutlich an der Animation ( siehe rp 2.3.) erkennen kann. Herr Schröer, selbst Mitglied im Künstlerverein gibt zu bedenken, dass allein schon die feuerpolizeilichen Auflagen im Zuge von Neubauprojekten eine Zu- und Ausfahrt für mehrere Löschzüge verlangen würden. “Also müsste eine Trasse quer durch den alten Garten geschlagen werden. Die Eiche, die Eiben waren da nur die ersten Opfer.”
Da es sich um ein Gartendenkmal handelt, zu dem die Annexbauten seit jeher gehören, fordern die Künstler und die Baumschutzgruppe, die nun anstehenden Planungen, mit allen erdenklich Eingriffen in den Garten von der Denkmalschutzbehörde überprüfen zu lassen und in der Öffentlichkeit transparent zu machen. “Die Frage ist zudem, ob bei der bisher erteilten Fällgenehmigung überhaupt berücksichtigt wurde, dass es sich hier um ein Gartendenkmal handelt”, gibt Uli Schürfeld zu bedenken.
Skandalös empfinden es die Anwesenden, dass die Fällungen bereits durchgeführt wurden, obwohl die Finanzierung des Bauvorhabens noch nicht einmal gesichert wäre. Die Pyramideneiche könnte heute noch stehen und hätte bei dem Projekt gut integriert werden können. Zumal es unstrittig erscheint, dass die heute vorhandenen Gebäude, die schon immer für Ausstellungen und Künstlerwerkstätten genutzt wurden, sanierungsfähig sind. Eine Sanierung des Vorhandenen würde weit weniger kosten, als kalte Neubauten zu errichten, und wäre zudem nachhaltiger, da weit weniger ausgehende Ressourcen benötigt würden.
Carl Friedrich Schröer erzählt noch, dass Johann Wolfgang Goethe mehrmals im Jacobigarten zu Gast war. Als er mitbekam, dass zwei Nussbäume gefällt worden waren, hat er folgende Worte niedergeschrieben: „Man möchte rasend werden, …dass es Menschen geben soll ohne Sinn und Gefühl an dem Wenigen, was auf Erden noch einen Wert hat.“
Baumerhalt ist offensichtlich ein zeitloses Anliegen, das auch Dichterfürsten bewegt.
 

Ein abmontiertes Schild als Zeichen, dass Vorsätze nicht mehr gelten und man sich von den Grundsätzen der Satzung verabschiedet hat? 

 

Die schwarz-grüne Legislaturperiode fängt ja gut an….

… Bäume wurden für Parkplätze gefällt.

Kommentar der Baumschutzgruppe zu den Baumfällungen auf dem Grundstück Lacombletstraße im Januar 2021

Bericht aus der Zukunft
Ein Zeitungsbericht in nicht allzu weiter Zukunft könnte so lauten: „Bei der Eröffnung des neu errichteten „Haus der Jugend“ an der Lacombletstraße musste der Festplatz mit Brumisateuren ausgestattet werden, sonst wäre es auf dem Parkplatz nicht möglich gewesen zu feiern. Das größere Haus wurde mit Kita, Büro- und Seminarräumen und sogar Wohnungen für Auszubildende erweitert und dementsprechend war der Besucherstrom bei der Eröffnung in den wieder mal so heißen Sommertagen groß und nur auf dem neuen Parkplatz möglich zu organisieren.“

Bei dem Abriss des alten „Haus der Jugend“ im Januar 2021 wurde gleich auch der „Mini-Wald“ an der östlichen Grundstücksgrenze beseitigt.
Die genehmigende Verwaltung hatte wohl im Sinn, dass es auf einem baumlosen Autoabstellplatz gute Gründe für die Neuanschaffung dieser „Sprühnebelgestelle“ gebe.   

Fällung waren gut getimt – aber schlecht für die Bäume
Gerade wegen der guten Vorsätze der neuen Stadtregierung, mehr für den Baumerhalt zu tun, hätten die Baumfällungen auf dem Grundstück an der Lacombletstraße verhindert werden müssen. Auch der Verweis auf den einstimmigen Beschluss der Bezirksvertretung 2 mindert nicht das Ausmaß der Fällungen und die genannten Versprechungen auf einen ökologischen Ausgleich bleiben ein magerer Gegenwert.
Die Brisanz der radikalen Abholzung war den beauftragten Firmen wohl bewusst, was sich an den schon frühmorgens um 6.30 Uhr angesetzten Fällungen ablesen lässt. (Erinnert stark an das Vorgehen auf dem Martin-Luther-Platz im Morgengrauen – unter Polizeischutz.) Hier waren keine Anwohner- oder Nachbar*innen informiert, die es hätten verhindern können. Sie waren noch nicht einmal einbezogen wie so oft in der Vergangenheit, trotz aller Bekundungen auf Bürgerbeteiligung.

Forderungen der Baumschutzgruppe ignoriert
Um für die Zukunft im Lichte des Klimawandels gerüstet zu sein, bedarf es bei der Planung der Berücksichtigung des Baumerhalts von Anfang an und einer kontinuierlichen Kommunikation mit der Bevölkerung zu den Fragen wo, wie, warum und wofür. Auch hier zeigt sich, dass die Bäume im Zuge der Neubebauung des stadteigenen Grundstücks an der Lacombletstraße, nicht Wohnungen im Wege standen, sondern Abstellmöglichkeiten der Vehikel, die wir aufgrund der Klimaanpassung sowieso immer weniger benutzen sollen. Unbeachtet blieb auch die Tatsache, dass sich in fußläufiger Nähe genügend Abstellflächen am Araghaus befinden.

Es gilt im Übrigen schon immer, Bäume stehen den teuren Tiefgaragen im Wege, nicht den Fundamenten von Wohnhäusern.

Die Ignoranz der Planer wird noch gesteigert, da die genehmigenden PolitikerInnen ihnen glaubten, dass Bäume oder sogar ein Wäldchen, wie hier, mit einer extensiven Dachbegrünung, einem Insektenhotel, zahlreichen Nistkästen und mit einer Photovoltaikanlage „ausgeglichen werden“ könnten. Dies mag für die Vorgaben des Baugesetzbuches ausreichen, nutzt aber den Insekten nichts, wenn sie nur ein Hotelbett bekommen und auf dem Weg dorthin verhungern, da in der Blech- und Betonwüste kaum noch Blumen blühen.

Zukunftsgestaltung geht anders
Die Auswirkungen von Fällungen auf das Wohnumfeld der Anwohner*innen und ihrer Kinder, aber auch der Vogel- und Kleintierwelt, wie hier an der Lacombletstraße, blieben wieder einmal unberücksichtigt. Alle Bitten der Baumschutzgruppe aus der Vergangenheit, auch auf die Lebensumgebung der Menschen zu achten und die Aufenthaltsqualität für die BesucherInnen im Sinne des Gemeinwohls zu berücksichtigen wurden auf der Grundlage überalterter Vorgaben der Baugesetze außen vorgelassen.
Wann und wo soll denn die Mobilitätswende (vor allem bei solch einer guten Verkehrsanbindung mit S-Bahnhof und Straßenbahnhaltestellen) oder die Klimaanpassung beginnen, wenn nicht bei den aktuellen Bauvorhaben. Mit solchen Entscheidern aber, die wie hier geplant haben, werden wir die Zukunft sicherlich nicht gewinnen.  

Abgesehen von der Mobilitätswende, ist der Parkplatz des  Düsseldorfer Messegeländes ein gutes Beispiel, dass Parken und Bäume auch zusammen gedacht werden können.

Baumschutzgruppe Düsseldorf

 
 

     

Brief der Baumschutzgruppe an die Mitglieder des neugewählten Stadtrates vor der ersten Sitzung:

Stadtklima – Baumschutz schont Ressourcen

Sehr geehrte Mitglieder des neugewählten Stadtrates in Düsseldorf,

zunächst möchte die Baumschutzgruppe Düsseldorf Ihnen gratulieren und großen Respekt vor der herausfordernden Aufgabe aussprechen, in den kommenden Jahren verantwortungsvoll mit den Ressourcen der Stadtgesellschaft umzugehen, die Sie bei jeder Entscheidung einzubeziehen haben und die auch in fairer Diskussion außerhalb des Parlamentes zu bewältigen ist.

Mehr denn je zuvor steht bei allen Erwägungen das Klima im Vordergrund.

Bei unseren langjährigen Bemühungen die Entscheider*innen der Stadt immer wieder an den wesentlichen Beitrag von Großbäumen zu erinnern, gehen wir auch regelmäßig an die Öffentlichkeit und sind daher in Düsseldorf mittlerweile bekannt.

Daher wenden sich immer mehr Menschen bei beabsichtigten Baumfällungen in ihrer Umgebung mit der Bitte um Unterstützung und Hilfe an uns. Diese Anfragen nehmen zu und wir versuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen.
Die Sorge um den Baumerhalt zieht immer weitere Kreise in der Düsseldorfer Bevölkerung und auch über die Stadtgrenzen hinaus.
Die Umgestaltung der Stadt ist im vollen Gange und wird zukünftig an Dynamik und Umfang noch zunehmen. Mittlerweile ist der Grünanteil in der Innenstadt bereits erheblich geschrumpft und die wenigen noch vorhandenen Großbäume sollten vorrangigen Schutz genießen. Um die Bürger*innen bei  der weiteren Entwicklung der Stadt in zukunftsweisender und angemessener Form mitzunehmen, ist es vorzugsweise wichtig, bei jeglichen Planungen den Baumerhalt in den Vordergrund zu stellen, zumal die oft gepriesenen Nachpflanzungen aus ökologischer Sicht  auf viele Jahre/ Jahrzehnte keinen Ersatz schaffen. Zudem werden die Kompensationen meist in weit entlegenen Außenbezirken durchgeführt. 

Insofern muss Planern oder Investoren endlich der Baumerhalt  vor Ort zur Vorgabe bei Ausschreibungen gemacht und Bewohner*innen müssen mit ihren Eingaben gehört und ernst genommen werden.

Besonders Großbäume sind Garanten für ein gutes Stadtklima: sie erhalten unsere Luft gesund und sorgen in heißen Sommern für ausreichende Luftfeuchtigkeit und Schatten. Zudem sind sie mit Blick auf das Gemeinwohl ein wesentlicher Faktor für eine gute Lebens- und Aufenthaltsqualität.
So sollte der Schutz des Baumbestandes in der kommenden Legislaturperiode des Rates höchste Priorität genießen. Dementsprechend würden auch Anzahl und Stärke der uns erreichenden „Beschwerden“ über das Vorgehen gegenüber den Bäumen abnehmen.

Finanzielle Erwägungen

Da die Coronakrise erhebliche fiskalische Folgen für den Haushalt der Stadt haben wird, ist zu befürchten, dass für den Erhalt oder sogar Ausbau der klimatisch wichtigen Grünstrukturen in der Stadt kaum finanzielle Ressourcen zu Verfügung gestellt werden können.

Von daher weisen wir darauf hin, dass der Erhalt von Bäumen auch weitaus kostengünstiger ist, als entsprechend zahlreiche Neupflanzungen mit vergleichbarer Blattmasse.

Zusätzliche Pflanzungen von Bäumen sind (über Nachpflanzungen nach Fällungen hinaus) insbesondere dort von größter Wichtigkeit, wo heute kaum Grünstrukturen in den Quartieren vorhanden sind.

Die Düsseldorfer Innenstadt braucht also einerseits unbedingt den Schutz der vorhandenen Bäume und darüber hinaus viel mehr Neupflanzungen an jedem erdenklichen Ort.

Verantwortliche Klimapolitik stellt Natur- und Baumerhalt an die erste Stelle. Erst dann wird ein wichtiger Beitrag in der aktuell so dringlichen Klimasituation geleistet.

Auf diese Erwägungen möchten wir Sie unsererseits gerne am Anfang Ihrer Tätigkeit im neugewählten Rat der Stadt hinweisen.

Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen bei allen Entscheidungen und natürlich für eine baumfreundliche Stadtgestaltung mit einer Bürger*innenbeteiligung, die Ihren Namen zu Recht hat bei der Mitbestimmung in der Stadtgesellschaft.

Mit freundlichen und baumerhaltenen Grüßen

Andrea Vogelgesang

Silvia Droste-Lohmann

im Namen der Baumschutzgruppe Düsseldorf

 

 
 
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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