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Zum Schutz der Großbäume – Offener Brief

… an die Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Klara Geywitz und  die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW, Ina Scharrenbach. Die Baumschutzgruppe Düsseldorf hat sich in einem offenen Brief an die Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Klara Geywitz und  die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW, Ina Scharrenbach gewandt, um wichtige Forderungen für den Baumerhalt vorzutragen. 

Im Zuge der rasanten Stadtentwicklung mit den zahlreichen Bauverfahren kommt es zu einem kontinuierlichen Verlust unzähliger wertvoller Großbäume, der fortlaufend zunimmt. So werden auch Flächen an Parkrändern unwiederbringlich zerstört. Vorgegebene Neupflanzungen werden dann nicht vor Ort durchgeführt, sodass es in der Endbilanz zu einer stetigen Verringerung der Phytomasse in den zunehmend versiegelten Innenstädten mit den entsprechenden ökologische Folgen kommt.
Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Klimakrise eine der größten zu bewältigenden Herausforderungen unserer Zeit darstellt und die Großbäume uns dabei helfen können die damit verbundenen Auswirkungen zu mildern. 

Gefordert wird, dass Landes- und Bundesministerien eine empfehlende Vorgabe oder Verordnung erteilen, wonach der Erhalt von Großbäumen zukünftig vorrangig bewertet und ihr Erhalt unerlässliche Voraussetzung bei der Vergabe von Baurecht wird.

Auf eine Änderung dieser Vorgaben im Baugesetzbuch zu warten, würde viel zu lange dauern und bei der raschen Entwicklung in den urbanen Räumen, den wichtigen Schutz der Bäume auf viele Jahre verzögern.

Mehr Einzelheiten sind der Pdf  Baumerhalt vorrangige Voraussetzung bei Vergabe von Baurecht  zu entnehmen. 

Es bleibt zu hoffen, dass im Endspurt des Wahlkampfes hier im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands die Adressaten sich richtig positionieren und sich alsbald an die Arbeit zur Lösung dieses uns alle betreffenden Problems machen.

Bitte (alle NRW BewohnerInnen von Euch) fordert, Eure LandtagskandidatInnen vor der Wahl am 15. Mai zu einer Stellungnahme dieser Forderung auf.

 

 

 

Tag des Baumes – Demo von der Gustav Poensgenstaße zum Konrad Adenauer Platz

Wir sitzen im sprichwörtlichen Sinne schon lange auf dem Ast, an dem wir sägen. Und der trägt schon nicht mehr viel… Deshalb sagen wir: “Wer den Baum nicht ehrt, ist des Klimas nicht wert.”
Wir standen am 25.4.2022 nicht das erste Mal unter den Platanen auf dem Konrad-Adenauer-Platz:
  • Seit 2008 im Rahmen der EKISO Veranstaltungen wiederholten wir Forderungen zum Erhalt der 41 Großbäume im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes , aber in der Folge wurde er überhaupt nicht berücksichtigt.
  • Im Jahr 2017 konnten die Bürger*innen vor Beginn des Wettbewerbs ihre Anregungen und Wünsche zur Neugestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes einbringen. 
  • Zudem haben wir im Laufe der Jahre mehrere Demos veranstaltet
    “Cool down” am Konrad Adenauer Platz, 2020
    “Hinter dem Bahnhof ist vor dem Bahnhof” 2020 und eine 
    “DEMO FÜR DAS STADTKLIMA” mit Fridays for Future 2019
  • Wir haben mit der Petition “Rettet die Platanen vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof” 5024 Unterschriften gesammelt und der Stadt übergeben. 2020
 
 
Tag des Baumes
 
 
Schlussendlich haben wir 2021 eine dezidierte Stellungnahme im Rahmen der frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3(1) Baugesetzbuch abgegeben . 210922_SN_KAP_siegerentwurf aus 2020_fruehzBeteiligung 3_1 BauGB
 
Was ist Bürgerbeteiligung, wenn InvestorInnen, ArchitektInnen, EntscheiderInnen sich in der Regel auf Bürgerveranstaltungen zwar gesprächsbereit, im Endergebnis jedoch ignorant gegenüber den dringenden klimatischen Erfordernissen unserer Zeit und den Anliegen der BürgerInnen und damit dem Gemeinwohl zeigen?
Das sieht man an den Resultaten, wenn am Ende immer doch alle Bäume fallen sollen. Aber:
Hochmut kommt vor dem Fällen.
Und das muss für das Wohl der Allgemeinheit verhindert werden.
 
Die Studie der Klimawirkungs- und Risikoanalyse (KWRA) des Bundes im Bundesumweltministerium zeigt die die Risiken der Erderhitzung für Deutschland und insbesondere der Städte auf.
Für Gegenmaßnahmen in Siedlungsgebieten sprach sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze deutlich aus, die ich hier zitiere:
“Wir müssen anders bauen. Wir brauchen Städte, die sich dank vieler Grünflächen und Entsiegelungen … (…) Deutschland braucht mehr Bäume in den Städten, mehr Grün auf den Dächern, mehr Raum für die Flüsse und vieles mehr… Dabei müsse es schnell gehen, denn viele Maßnahmen bräuchten Zeit, bis sie wirken. “Es dauert, bis ein Stadtbaum gewachsen ist und Schatten spendet in überhitzten Städten”.
 
Gestartet war die Demo auf der Gustav Poensgen Straße, wo das Großbauprojekt RRX den Bestand von ca. 60 alten Platanen gefährdet.
Im Zuge des Baus einer schnellen Bahnverbindung zwischen Köln und Dortmund ist es nötig, den Lärmschutz in Höhe der GPS auf den neusten Stand zu bringen. Dafür soll hier eine 8 m hohe Wand auf die schon vorhandene Mauer gebaut werden. Dabei sollen die notwendigen Fundamente, trotz des Widerstandes der Bevölkerung, im Wurzelraum der großen Bäume versenkt werden. Wenn auch die Entscheider*innen beteuern, zu versuchen Rücksicht auf die Bäume zu nehmen, können wir dem nicht vertrauen. Denn nach unseren Erfahrungen werden in der Regel nur wenige Versprechen umgesetzt.
In der NRZ stand: “Klimaschutz allein reicht nicht. Es fehlt eine Bürgerbewegung für den Erhalt der Artenvielfalt. Mondays for Future”
Bei der Baumschutzgruppe ist bereits seit über 15 Jahren „Every Day for Future!

 

                               

 

Alle Platanen am Konrad Adenauer Platz müssen bleiben
 
       
 
Die BürgerInnenbeteiligung Bebauungsplanverfahren
KONRADADENAUERPLATZ vor dem Hauptbahnhof –

Frühzeitiges Beteiligungsvefahren gemäß § 3 (1) Baugesetzbuch
zu der Neugestaltung des Konrad Adenauer Platzes hat am 24.9.2021 geendet.
Viele Menschen haben sich mit dezidierten Kommentaren beteiligt.
Hier die ausführliche Stellungnahme der Baumschutzgruppe mit Fotomaterialal pdf zu den vorgelegten Plänen, nach denen alle vorhandenen Bäume weichen sollen. Und das in Düsseldorf, das Klimahauptstadt werden möchte – so bestimmt nicht.
 
210922_SN_KAP_siegerentwurf aus 2020_fruehzBeteiligung 3_1 BauGB
 
Baumschutzgruppe Düsseldorf im September 2021
 
 
 
 
 
 

Brief der Baumschutzgruppe an die Mitglieder des neu gewählten Stadtrates vor der ersten Sitzung 

Stadtklima – Baumschutz schont Ressourcen

Sehr geehrte Mitglieder des neugewählten Stadtrates in Düsseldorf,

zunächst möchte die Baumschutzgruppe Düsseldorf Ihnen gratulieren und großen Respekt vor der herausfordernden Aufgabe aussprechen, in den kommenden Jahren verantwortungsvoll mit den Ressourcen der Stadtgesellschaft umzugehen, die Sie bei jeder Entscheidung einzubeziehen haben und die auch in fairer Diskussion außerhalb des Parlamentes zu bewältigen ist.

Mehr denn je zuvor steht bei allen Erwägungen das Klima im Vordergrund.

Bei unseren langjährigen Bemühungen die Entscheider*innen der Stadt immer wieder an den wesentlichen Beitrag von Großbäumen zu erinnern, gehen wir auch regelmäßig an die Öffentlichkeit und sind daher in Düsseldorf mittlerweile bekannt.

Daher wenden sich immer mehr Menschen bei beabsichtigten Baumfällungen in ihrer Umgebung mit der Bitte um Unterstützung und Hilfe an uns. Diese Anfragen nehmen zu und wir versuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen.
Die Sorge um den Baumerhalt zieht immer weitere Kreise in der Düsseldorfer Bevölkerung und auch über die Stadtgrenzen hinaus.
Die Umgestaltung der Stadt ist im vollen Gange und wird zukünftig an Dynamik und Umfang noch zunehmen. Mittlerweile ist der Grünanteil in der Innenstadt bereits erheblich geschrumpft und die wenigen noch vorhandenen Großbäume sollten vorrangigen Schutz genießen. Um die Bürger*innen bei  der weiteren Entwicklung der Stadt in zukunftsweisender und angemessener Form mitzunehmen, ist es vorzugsweise wichtig, bei jeglichen Planungen den Baumerhalt in den Vordergrund zu stellen, zumal die oft gepriesenen Nachpflanzungen aus ökologischer Sicht  auf viele Jahre/ Jahrzehnte keinen Ersatz schaffen. Zudem werden die Kompensationen meist in weit entlegenen Außenbezirken durchgeführt. 

Insofern muss Planern oder Investoren endlich der Baumerhalt  vor Ort zur Vorgabe bei Ausschreibungen gemacht und Bewohner*innen müssen mit ihren Eingaben gehört und ernst genommen werden.

Besonders Großbäume sind Garanten für ein gutes Stadtklima: sie erhalten unsere Luft gesund und sorgen in heißen Sommern für ausreichende Luftfeuchtigkeit und Schatten. Zudem sind sie mit Blick auf das Gemeinwohl ein wesentlicher Faktor für eine gute Lebens- und Aufenthaltsqualität.
So sollte der Schutz des Baumbestandes in der kommenden Legislaturperiode des Rates höchste Priorität genießen. Dementsprechend würden auch Anzahl und Stärke der uns erreichenden „Beschwerden“ über das Vorgehen gegenüber den Bäumen abnehmen.

Finanzielle Erwägungen

Da die Coronakrise erhebliche fiskalische Folgen für den Haushalt der Stadt haben wird, ist zu befürchten, dass für den Erhalt oder sogar Ausbau der klimatisch wichtigen Grünstrukturen in der Stadt kaum finanzielle Ressourcen zu Verfügung gestellt werden können.

Von daher weisen wir darauf hin, dass der Erhalt von Bäumen auch weitaus kostengünstiger ist, als entsprechend zahlreiche Neupflanzungen mit vergleichbarer Blattmasse.

Zusätzliche Pflanzungen von Bäumen sind (über Nachpflanzungen nach Fällungen hinaus) insbesondere dort von größter Wichtigkeit, wo heute kaum Grünstrukturen in den Quartieren vorhanden sind.

Die Düsseldorfer Innenstadt braucht also einerseits unbedingt den Schutz der vorhandenen Bäume und darüber hinaus viel mehr Neupflanzungen an jedem erdenklichen Ort.

Verantwortliche Klimapolitik stellt Natur- und Baumerhalt an die erste Stelle. Erst dann wird ein wichtiger Beitrag in der aktuell so dringlichen Klimasituation geleistet.

Auf diese Erwägungen möchten wir Sie unsererseits gerne am Anfang Ihrer Tätigkeit im neugewählten Rat der Stadt hinweisen.

Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen bei allen Entscheidungen und natürlich für eine baumfreundliche Stadtgestaltung mit einer Bürger*innenbeteiligung, die Ihren Namen zu Recht hat bei der Mitbestimmung in der Stadtgesellschaft.

Mit freundlichen und baumerhaltenen Grüßen

Andrea Vogelgesang

Silvia Droste-Lohmann

im Namen der Baumschutzgruppe Düsseldorf

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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